25.08.2026

Welche Ausbildung passt zu mir? – Traumberuf finden

Praktikum, Ferienjob, Berufsberatung – und dennoch ist die Antwort vieler Schülerinnen und Schüler auf die Frage, „Was willst du mal werden?“ gleich: „Ich weiß es nicht…“ Unsere Leiterin für Berufsorientierung, Katrin Storch, kennt dieses Problem. Deswegen hat sie ihre besten Tipps zusammengetragen, Kollegen befragt und diesen Ratgeber verfasst, damit du deinen Traumberuf findest.

Was ist eine Ausbildung?

Eine Ausbildung dient dazu, einen speziellen Beruf in einem Unternehmen zu erlernen. Die Ausbildung besteht aus einem intensiven und strukturierten Mix aus praktischen und Theoretischen Unterricht, der Bundeseinheitlich geregelt ist.

Viele Unternehmen setzen für die Praktische Ausbildung auf Lehrwerkstätten oder die Verbundausbildung, bevor die Azubis in den regulären Produktionsablauf, bzw. Arbeitsalltag, integriert werden.

Welche Berufe sind aktuell am meisten gefragt?

Der eigene Job sollte einem Spaß machen – klar. Doch bei der Entscheidung sollte auch die Zukunft eine nicht außer Acht zu lassende Rolle spielen.

Deswegen haben wir bei unseren Praxisberaterinnen und Praxisberatern der Berufsorientierung nachgefragt. Sie stehen im täglichen Kontakt mit Unternehmen sowie Schülerinnen und Schülern an 21 Oberschulen in Leipzig. Sie kennen den Markt sowie die Berufswünsche der Jugendlichen Bestens.

Welche Berufe sind bei Unternehmen aktuell gefragt?

Wo vor 10 bis 20 Jahren noch händeringend Ingenieure oder MINT-Berufe gesucht wurden, braucht es heute vor allem Handwerker, Pflegefachkräfte und Medizinisches Personal. Das zeigt nicht nur die aktuelle Arbeitslosenstatistik, sondern empfehlen auch unsere Kolleginnen und Kollegen aus der Praxisberatung.

  1. Pflegeberufe
  2. Handwerksberufe
  3. Medizinische / Gesundheits- / Sozialberufe
  4. Industrieberufe

Welche Berufe liegen bei Schülerinnen und Schülern im Trend?

Werden künftige Generationen diesen Bedürfnissen gerecht? Unsere Befragung zeigt, das klassische Berufswünsche von Jugendlichen, wie Erzieher, KFZ-Mechatroniker oder Arzt nach wie vor am beliebtesten sind.

  1. KFZ-Mechatroniker/ KFZ-Mechatronikerin
  2. Erzieher/ Erzieherin
  3. Pflege
  4. Polizei
  5. Arzt / Ärztin
  6. Industrie

Anlaufstellen für die Berufsorientierung – Unsere Empfehlungen

Ein Großteil der Schülerinnen und Schüler hat jedoch noch keinen richtigen Plan, wo es mal hingehen soll. Unsere Praxisberaterinnen und Praxisberater empfehlen deswegen sich zunächst Zeit zu nehmen und sich einen guten Überblick zu verschaffen

Den erhält man am besten, indem man sich breit informiert und sich selbst kennt. Selbsttest, wie 16Personalities geben da einen guten Einstieg, um die eigenen Persönlichkeitseigenschaften zu identifizieren, die sich später auch in der Bewerbung gut einbinden lassen.

Checks

Berufsorientierung und Beratungsangebote

  • Beratungsangebote der Schule (z.B. Praxisberater)
  • Berufsberatung der Agentur für Arbeit

Eltern und Verwandte

  • Tausche dich mit verschiedenen Leuten zu ihren Berufen und Ausbildungen aus

Ausprobieren

  • Praktika während der Schulzeit oder in den Ferien
  • Boys Day und Girls Day
  • Ferienjob
  • Spezialveranstaltungen – z.B. Bundespolizei
  • Schau Rein!
  • Nacht der Ausbildung

Messen

  • Aktionstag Lehrstellen
  • Jobmesse Leipzig
  • Handwerk Live
  • Stuzubi Leipzig
  • Karrieretag Leipzig
  • Vocatium Leipzig
  • Berufsorientierungsmesse der Helmholtzschule
  • Tag des Handwerks
  • Azubi und Studientage Leipzig
  • Jobmesse Leipzig (Kongresshalle Zoo)

In 8 Schritten zum Traumberuf

Viele Unternehmen beginnen bereits im August des Vorjahres mit der Azubi-Suche und setzen dabei auf kurze Bewerbungsfristen. Deshalb empfehlen wir, schon im vorherigen Schuljahr mit den Vorbereitungen für eure Bewerbungen zu starten.

1.      Überblick Verschaffen – Welche Ausbildungsberufe gibt es?

Laut BIBB gibt es in Deutschland aktuell 324 anerkannte Berufsausbildungen. Du denkst du kennst dich gut aus? Kennst du dann auch diese beiden Exoten: Böttcher, Figurenkeramformer?

2.      Welcher Beruf passt zu mir? – Ausprobieren im Praktikum

Ob in der Schule oder in den Ferien, wer seinen Traumberuf finden will, sollte so viel Testen, wie möglich.

3.      Eine Auswahl treffen und einen Plan B haben

Wähle unter deinen Favoriten, deine Nummer eins. Der Rest wird dein Plan B.

4.      Bewerbungsunterlagen vorbereiten

Lebenslauf und ein allgemeines Motivationsschreiben, warum du deinen Traumberuf ausüben möchtest und warum du genau die Richtige Person für eine Ausbildungsstelle bist.

5.      Passende Betriebe finden

Im Internet oder auf Messen. Informiere dich umfassend über deine Möglichkeiten.

Gut zu wissen: Nimm deine Bewerbungsunterlagen mit auf Messen. Viele Unternehmen nehmen auch hier Bewerbungen persönlich an.

6.      Bewerben

Passe deine Unterlagen ggf. noch einmal auf das jeweilige Unternehmen an, um deine Chancen zu erhöhen. Achte besonders auf Vollständigkeit deiner Bewerbung. Versuche dein Glück auch gleich bei deinem Plan B, damit du direkte alternativen zur Auswahl hast.

7.      Überzeugen – Das Bewerbungsgespräch

Jetzt geht es um alles. Zeige, dass du die richtige Person für den Ausbildungsplatz bist, bleib dabei aber immer du selbst. Wichtig ist, dass deine Motivation für den Beruf sichtbar wird.

8.      Annahme – Erfolg feiern

Ausbildung lohnt sich

Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung will jeder fünfte nach der Schule erstmal lieber Geld verdienen, anstatt eine Ausbildung zu machen. Bei Personen mit niedrigem Bildungsstand ist es sogar jeder vierte. Eine Entscheidung, die mit einem hohen Risiko einhergeht, denn die Arbeitslosigkeit unter Personen ohne Ausbildung war zuletzt etwa sechsmal höher als bei Personen mit Berufsabschluss (Stand 2025).

Konkret heißt das, dass bei Personen ohne Berufsabschluss etwa jede fünfte Person arbeitslos ist, während es bei Personen mit Berufsausbildung nur etwa eine von 40 Personen ist.

Gründe für eine Ausbildung anstelle ungelernter Tätigkeiten

  • Nach der Ausbildung spürbar besseres Gehalt
  • Eigenständige und sinnstiftende Tätigkeit
  • Deutlich geringeres Risiko für Arbeitslosigkeit
  • Bessere Aussichten auf dem Arbeitsmarkt bei Jobwechsel
  • Ermöglicht Aufstiegsmöglichkeiten durch Weiterbildungen

Bewerbung als Hürde? – So geht’s besser

Besonders der Bewerbungsprozess wird in der Studie als Grund gegen eine Ausbildung genannt, dabei kann heutzutage jeder eine professionelle Bewerbung schreiben. Vom Design zur textlichen Überarbeitung: Tools wie Canva oder ChatGPT machen Bewerbungen zum Kinderspiel. In unserem Magazin zeigen wir dir, wie du in nur wenigen Schritten zur perfekten Bewerbung kommst.

Was mache ich, wenn es mit dem Traumberuf nicht klappt? – Ausbildung: Mehr als ein Plan B

Was machen, wenn es mit dem Traumberuf nicht klappt? Viele Jugendliche haben darauf keine Antwort, sagt unsere Leiterin der Berufsorientierung Kathrin Storch. Hinzu kommt, dass laut OECD bei 1/5 der Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 Jahren Berufswunsch und Qualifikationsweg nicht zusammenpassen. Sie wollen beispielsweise Arzt werden, streben aber nur einen Realschulabschluss an.

Deswegen stellen wir hier ein paar alternative Karrierewege nach der Schule dar.

LehrerAusbilder
2 Jahre Abi2 bis 3,5 Jahre Ausbildung nach Wahl
Ca. 6,5 Jahre Studium und Referendariat2 Vollzeit Wochen Ausbilderschein
Dauer insgesamt 8,5 JahreDauer Insgesamt max. 4 Jahre
Informatik – ITSPS-Fachkraft
2 Jahre Abi3,5 Jahre Ausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik
Ca. 3 Jahre StudiumCa. 2 Monate Weiterbildung in SPS-Technik
Gesamtdauer ca. 5 JahreGesamtdauer 4 Jahre
BWLWirtschaftsfachwirt
2 Jahre Abi3,5 Jahre Ausbildung mit Wirtschaftlicher Vertiefung (z.B. Industriekaufmann/ -frau)
Ca. 3 Jahre Studium1,5 Jahre oder 3 Monate Weiterbildung
Gesamtdauer ca. 5 JahreGesamtdauer 4 Jahre
Soziale ArbeitGeprüfter Aus- und Weiterbildungspädagoge
2 Jahre Abi3,5 Jahre Ausbildung nach Wahl
Ca. 3 Jahre Studium1,5 Jahre (Berufsbegleitend) oder3 Monate (Vollzeit) Weiterbildung
Gesamtdauer ca. 5 JahreGesamtdauer 4 bis 5 Jahre

Einen größeren Exkurs zu dem Thema findest du in unserem Vergleich von Ausbildung und Studium. Mehr erfahren

Häufigste Fragen zum Berufsstart

Als ZAW Leipzig beraten wir mit unseren Praxisberaterinnen und Praxisberatern Schülerinnen und Schüler an über 21 Schulen direkt zur beruflichen Zukunft. Wir haben sie gefragt: Was sind die häufigsten Fragen, die ihr gestellt bekommt?

Top drei der häufigsten Fragen von Schülerinnen und Schüler an unsere Praxisberaterinnen und Praxisberater

Wie finde ich ein Praktikum?

Recherche, aktiv nachfragen und Angebote nutzen.

Nutze Praktikumsdatenbanken (z. B. Stadt Leipzig), besuche Messen oder sprich Betriebe direkt an. Je früher du suchst, desto besser (ideal: 6–9 Monate vorher).

Ich weiß nicht, was ich später werden möchte – was soll ich tun?

Das ist völlig normal – orientiere dich Schritt für Schritt.

Sammle Erfahrungen (Praktika, Messen, Gespräche), probiere Dinge aus und informiere dich über Berufe. So lernst du dich selbst und deine Interessen besser kennen.

Wie bewerbe ich mich richtig für ein Praktikum oder eine Ausbildung?

Mit vollständigen und gut vorbereiteten Unterlagen.

Wichtig sind Lebenslauf, Anschreiben und Zeugnis. Persönliche Vorstellung vor Ort wirkt besonders gut – alternativ per E-Mail oder telefonisch.

Welche Berufe bieten die besten Arbeitsbedingungen?

Es gibt natürlich nicht den Beruf mit den „besten Arbeitsbedingungen“. Das hängt zum einen von eignen Präferenzen ab und vom Arbeitgeber. Dennoch stechen ein paar hervor

IT-Berufe

Vorteile:

  • Gute Gehälter
  • Flexible Arbeitszeiten
  • Hohe Nachfrage an Spezialisten

Nachteile:

  • Besonders in kleinen Unternehmen häufig auf sich selbst gestellt
  • Vorwiegend sitzende Tätigkeit
  • KI fordert neue Anforderungen

Öffentlicher Dienst

Vorteile:

  • Sehr große Jobsicherheit
  • Geregelte Arbeitszeiten
  • Gutes Gehalt

Nachteile:

  • Hierarchiesystem
  • Bürokratie

Handwerk

Vorteile:

  • Steigende Nachfrage
  • Gute Verdienstmöglichkeiten bei Selbstständigkeit
  • Relativ viel Autonomie

Nachteile:

  • Häufig Spezialisierung nötig
  • Körperlich anstrengender als Bürojob

Industrie

Vorteile:

  • 35 Stunden Woche bei einigen Tarifverträgen
  • Gute Schichtzuschläge
  • Häufig mehr als 30 Tage Urlaub

Nachteile:

  • Häufig Schichtarbeit
  • Körperliche Belastung

Welche Begriffe sollte ich vor meiner Bewerbung kennen?

2-jährige Ausbildung

Eine kürzere Ausbildung mit starkem Praxisbezug. Sie vermittelt grundlegende Kenntnisse für bestimmte Tätigkeiten und ermöglicht einen schnellen Einstieg ins Berufsleben.

3-jährige/ 3,5-jährige Ausbildung

Diese Ausbildung ist umfangreicher und vermittelt vertieftes Fachwissen sowie mehr Verantwortung. Sie bietet in der Regel bessere Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

DQR – Deutscher Qualifikationsrahmen

Ist der Indikator dafür, welches Bildungsniveau mit einem bestimmten Abschluss erreicht wird.

Die Grafik veranschaulicht welches Qualifikationsniveau mit einem bestimmten IHK Abschluss erreicht werden kann

Motivationsschreiben

Beschreibt die persönliche Motivation, warum man genau eine bestimmte Ausbildung machen möchte und was die Ziele dabei sind.

Fokus: Ausbildung

Bewerbungsschreiben

Beinhaltet, warum man der perfekte Kandidat für eine bestimmte ausgeschriebene Stelle ist und warum die Qualifikation zu einer Stelle passt.

Fokus: eigener Mehrwert für das Unternehmen

Assessment Center

Ein Assessment Center ist ein Auswahlverfahren von Unternehmen, um Bewerber genauer zu prüfen. Es findet in der Regel an einem oder mehreren Tagen statt und besteht beispielsweise aus individuellen Tests und Gruppenarbeiten. Dabei wird unter anderem die Teamfähigkeit, kognitive oder fachliche Fähigkeiten gemessen.

Bewerbungsfristen

Vor allem große Unternehmen haben strikte Bewerbungsfristen, die häufig über neun Monate vor dem eigentlichen Ausbildungsbeginn liegen. Das liegt an den umfangreichen Einstellungsverfahren, die teilweise sogar ein Assessment Center beinhalten.

Kleinere Betriebe stellen teilweise noch bis kurz vor Ausbildungsbeginn ein. Wir empfehlen wir jedoch nicht, so lange mit der Bewerbung für eine Ausbildung zu warten.

Welche Ausbildung kann ich mit geringerer Schulbildung machen?

In Deutschland gibt es Ausbildungen, die sich speziell an Personen mit niedrigem Schulabschluss richten: die 2-jährigen Ausbildungen. Von diesen gibt es aktuell 25, darunter unter anderem die Ausbildungen zum Fachlageristen/ Fachlageristin, Fachkraft Metall oder zum Industrieelektriker/ Industrieelektrikerin, die auch im überbetrieblichen Ausbildungszentrum der ZAW Leipzig ausgebildet werden.

Eine vollständige Liste der 2-jährigen Ausbildungen gibt es auf der Seite des BIBB.

Zweijährige Qualifikationen bieten Schülerinnen und Schülern beste Berufsaussichten, mit denen sie in kurzer Zeit gute Gehaltsaussichten erarbeiten, die deutlich über denen von ungelernten Hilfskräften liegt.

Nach Abschluss einer zweijährigen Ausbildung gibt es in der Regel immer noch die Möglichkeit, die Ausbildung, um ein Jahr zu verlängern und einen höheren Abschluss zu erreichen.

Kann ich mit einem Hauptschulabschluss auch eine dreijährige Ausbildung beginnen?

Ja, das ist möglich. Ein Beispiel hier ist die Fachkraft für Lagerlogistik, bei der viele Firmen auch Bewerber und Bewerberinnen mit niedrigen Schulischen Abschlüssen einstellen. Wichtig sind dabei immer die Motivation, persönliche Einstellung und Engagement für die Ausbildung, beispielsweise durch ein Praktikum.

Jetzt in die Zukunft starten

Nutze jetzt unseren Leitfaden und starte in deine berufliche Zukunft. Die ZAW Leipzig unterstützt dich auf deinem Weg. Beispielsweise bei der Erstellung deiner Bewerbungsunterlagen oder wenn du mit nur einer Bewerbung unsere 120 Partnerfirmen erreichen nutzen möchtest.

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25.08.2026

Ausbildung oder Studium? Wo liegen die Unterschiede?

Für viele Junge Menschen ist eine Ausbildung in den letzten Jahren eher die „zweite Wahl“ gewesen, kein Wunder, ist doch der Satz „Mach was aus dir“ einer der Lieblingssprüche von Eltern in den letzten Jahren gewesen. Gemeint ist jedoch nicht: „Mach was dir liegt und Spaß macht“, sondern: „Studiere was womit man gut Geld verdient“.

Doch stimmt das immer noch? Wir versuchen, eine Antwort darauf zu bekommen.

Während die Anzahl von Studierenden seit Jahren stetig steigt, der Konkurrenzkampf unter Absolventinnen und Absolventen zunimmt und KI Tausende von Einstiegsstellen ersetzt, bleiben in Ausbildungsbetrieben gleichzeitig über 54.000 Lehrstellen unbesetzt.

Deswegen lohnt sich für Schülerinnen und Schüler 2026 ein besonderer Blick auf Ausbildungsberufe in Bereichen mit besonders hohem Fachkräftemangel, denn diese bieten zurzeit bessere Möglichkeiten „etwas aus sich zu machen“ als man denkt:

  • Handwerk (z.B.: Sanitär-, Heizungs-, Klimatechnik)
  • Industrie (z.B.: Mechatroniker, Elektrotechnik, Metallbearbeitung)
  • Gesundheit (z.B.: Pflege, Zahnmedizin, Allgemeinmedizin)

Eine Ausbildung dient dazu, einen speziellen Beruf in einem Unternehmen zu erlernen. Die Ausbildung besteht aus einem intensiven und strukturierten Mix aus praktischem und theoretischem Unterricht, der bundeseinheitlich geregelt ist.

Viele Unternehmen setzen für die praktische Ausbildung auf Lehrwerkstätten oder die Verbundausbildung, bevor die Azubis in den regulären Produktionsablauf, bzw. Arbeitsalltag, integriert werden.

Ein Studium bereitet auf die Tätigkeiten in einem bestimmten Berufsfeld vor. Es ist vor allem theoriebasiert und wird an einer Universität oder Fachhochschule absolviert.

Wer nach einem bestimmten Studium einen Beruf ausüben möchte, muss in manchen Fällen ein Volontariat, Approbation, Referendariat oder Trainee-Programm absolvieren, bevor man mit der eigentlichen Tätigkeit starten kann.

Für viele Schülerinnen und Schüler ist es wahrscheinlich die wichtigste Frage, sobald sie auf Ihren Schulabschluss zusteuern. Und obwohl sich diese Frage jährlich Tausende von neuem stellen, gibt es auf sie keine klare Antwort.

Vielmehr geht es um die Frage, was passt besser zu mir.

Ein Studium ist für dich geeignet, wenn du bereits zu deiner Schulzeit ein hohes Maß an Selbstorganisation, Motivation und Eigenverantwortung an den Tag legst. Du bist ein Freigeist, arbeitest gerne wann und wie es dir am besten passt, damit du neben dem Lernen noch Zeit für Engagement in Vereinen oder für private Projekte hast.

Dein Abitur hast du überdurchschnittlich abgeschlossen, weil du schon währenddessen nicht genug von weiteren Hintergrundinformationen zu den verschiedensten Themenbereichen erlangen konntest.

Geld spielt für dich zunächst eine kleinere Rolle, wichtig ist dir, dass du deine Ziele erreichen kannst.

Vorteile eines Studiums

  • Flexibilität und freie Entfaltung
  • Langfristig mehr Gehalt als bei einer Ausbildung
  • Persönliche Entwicklung durch Projekte und studentische Vereine
  • Netzwerkaufbau

Nachteile eines Studiums

  • Häufig sehr gutes Abitur nötig
  • Hoher Konkurrenzkampf
  • Geringer Praxisbezug
  • Kein Gehalt
  • Hoher Zeitaufwand
  • Wenig direkte Betreuung
  • Für Berufseinsteiger tlw. Volontariat oder Trainee-Programm als weitere Ausbildung nötig
  • Späterer Einstieg in die Rentenversicherung

Eine Ausbildung lohnt sich für dich vor allem dann, wenn deine Stärken in der Praxis liegen. Du bist ein Macher, deswegen hattest du in der Schule vor allem dann Spaß, wenn es um praktische Experimente, Basteln oder Gruppenarbeiten ging.

Für die Zukunft möchtest du schnell auf eigenen Beinen stehen und Geld verdienen. Deine Selbstorganisation und Verantwortungsbewusstsein haben noch nicht ihr volles Potenzial erreicht, deswegen suchst du vor allem nach Angeboten, bei denen du angeleitet wirst und dich nicht darum kümmern musst, was als nächstes kommt.

Vorteile einer Ausbildung

  • Strukturierter und vorgegebener Bildungsweg
  • Gehalt
  • Abitur ist nicht zwingend nötig
  • Ständige Begleitung durch einen Ausbilder bzw. eine Ausbilderin
  • Praktische Inhalte lernen
  • Frühe Einzahlung in die Rentenversicherung
  • Viele freie Stellen und Zukunftsperspektiven

Nachteile einer Ausbildung

  • Wenig Flexibilität und keine freie Zeiteinteilung
  • Festlegen auf einen bestimmten Beruf
  • Langfristig eher weniger Gehalt als Akademiker
AusbildungStudium
Dauer2 bis 3,5 Jahre3 bis 6,5 Jahre (Grundstudium)
GehaltJaNein
Voraussetzungi.d.R. mindestens HauptschulabschlussAbitur (tlw. auch Ausbildung)
DurchführungMix aus Theorie und PraxisÜberwiegend theoretisch
Qualifikation füreinen bestimmten Berufmehrere Berufe
WeiterbildungsmöglichkeitenMeister/ Fachwirt/ BetriebswirtMaster/ Doktor/ Professur
SelbstorganisationGeringHoch
OrtUnternehmenUniversität/ Fachhochschule
  1. Lerntyp ermitteln – Lernst du eher praktisch oder theoretisch?
  2. Stärken analysieren – Was kannst du besonders gut? Hierzu hilft es auch Freunde und Familie zu fragen.
  3. Berufs- und Studienfelder entdecken – Informiere dich auf verschiedenen Plattformen über die Vielfalt der Berufswelt
  4. Informieren zum Wunschberuf – Vergleiche deine Berufs- und Studienwünsche miteinander und wähle, was am besten zu dir passt.
  5. Praktikum und ausprobieren – Probiere dich in Praktika in deinem Wunschberuf und alternativen Berufen aus, nutze die Berufsorientierung deiner Schule.
  6. Ausbildungsbetriebe/ Unis finden – Informiere dich im Internet, bei Bewerbertagen und auf Messen, wo du deine Ausbildung oder dein Studium machen möchtest
  7. Bewerben – Bereite deine Bewerbungsunterlagen vor und verschicke sie an die Firmen, bzw. Universitäten, die du für dich gewählt hast.
  8. Auf Start vorbereiten

Tipp: Nehme zu Bewerbertagen oder Messen bereits einen Lebenslauf und ggf. ein Motivationsschreiben für einen bestimmten Beruf mit. Manche Firmen nehmen diese auch spontan auf Messen entgegen.

Tipps für deine Bewerbung findest du in unserem Magazinbeitrag zum Schreiben einer Bewerbung.
Mehr erfahren

Arzt, Lehrer und Informatiker – Klassische Berufswünsche für die es ein Studium benötigt. Doch was ist, wenn die Noten nicht reichen für ein Studium? Was ist dann der Plan B? Viele Schülerinnen und Schüler haben darauf keine Antwort, sagt Kathrin Storch, Leiterin der Berufsorientierung bei der ZAW Leipzig. Deswegen ist es umso wichtiger, dass Ihnen Alternativen aufgezeigt werden, wie sie Ihre Berufswünsche auf anderen Wegen erreichen können.

Laut OECD Studie passen bei 1/5 der Personen im Alter von 15 Jahren Berufswunsch und Qualifikationsweg nicht zusammen. Deswegen stellen wir euch hier ein paar alternative Karrierewege zu beliebten Berufs- und Studienwünschen vor.

Was viele nicht wissen, alternative Karrierewege über eine Ausbildung sind häufig kürzer als ein Studium und bieten zudem die Möglichkeit, bereits Geld und Erfahrung zu verdienen. Deswegen zeigen wir euch jetzt 5 alternative Bildungswege zu diversen Studiengängen:

LehrerAusbilder
2 Jahre Abi2 bis 3,5 Jahre Ausbildung nach Wahl
Ca. 6,5 Jahre Studium und Referendariat2 Vollzeit Wochen Ausbilderschein
Dauer insgesamt 8,5 JahreDauer Insgesamt max. 4 Jahre
Informatik – ITSPS-Fachkraft
2 Jahre Abi3,5 Jahre Ausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik
Ca. 3 Jahre StudiumCa. 2 Monate Weiterbildung in SPS-Technik
Gesamtdauer ca. 5 JahreGesamtdauer 4 Jahre
BWLWirtschaftsfachwirt
2 Jahre Abi3,5 Jahre Ausbildung mit Wirtschaftlicher Vertiefung (z.B. Industriekaufmann/ -frau)
Ca. 3 Jahre Studium1,5 Jahre oder 3 Monate Weiterbildung
Gesamtdauer ca. 5 JahreGesamtdauer 4 Jahre
IngenieurMeister oder Techniker
2 Jahre Abi3,5 Jahre Ausbildung
Ca. 3 Jahre Studium1,5 Jahre oder 3 Monate Weiterbildung
Gesamtdauer ca. 5 JahreGesamtdauer 4 Jahre
Soziale ArbeitGeprüfter Aus- und Weiterbildungspädagoge
2 Jahre Abi3,5 Jahre Ausbildung nach Wahl
Ca. 3 Jahre Studium1,5 Jahre (Berufsbegleitend) oder3 Monate (Vollzeit) Weiterbildung
Gesamtdauer ca. 5 JahreGesamtdauer 4 bis 5 Jahre

Natürlich sind die aufgezeigten Alternativen keine eins zu eins Vergleiche, doch insbesondere für Personen ohne Abitur, oder die es sich nicht vorstellen können, zu studieren, bieten sie solide Karrieremöglichkeiten mit ähnlichen, wenn nicht sogar interessanteren Aufgabenbereichen. Schlussendlich bleibt zu sagen, dass man weder mit einer Ausbildung noch mit einem Studium eine falsche Wahl trifft.

Wichtig ist nur, dass es zu einem selbst passt.

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25.08.2026

Bewerbungsschreiben für die Ausbildung mit KI

Eine der größten Hürden für Schülerinnen und Schüler auf der Suche nach einer Ausbildung ist das Schreiben der Bewerbung, das fand 2025 eine Studie der Bertelsmann Stiftung heraus. Doch eine Bewerbung muss nicht schwer sein. In unserem Magazinbeitrag zeigen wir, eine effektive Lösung für die Erstellung einer Bewerbung.

  • Bewerbungsschreiben oder Motivationsschreiben
  • Lebenslauf
  • Bewerbungsfoto
  • Aktuelles Zeugnis
  • Praktikumszeugnis
  • Sonstige (z.B.: Potentialanalyse, Empfehlungsschreiben, Arbeitszeugnis)

In die Bearbeitung des Bewerbungsschreibens sollte die meiste Zeit bei der Erstellung der Bewerbungsunterlagen fließen. Aus dem Bewerbungsschreiben entnehmen Unternehmen Charaktereigenschaften, Interesse sowie Motivation und prüfen, wer am besten auf eine bestimmte Stellenbeschreibung passt.

Folgender Aufbau empfiehlt sich für ein Bewerbungsschreiben:

1. Kopf / Formalia

  • Adresse Bewerber/in
  • Adresse Unternehmen
  • Ort und Datum

2. Betreffzeile

  • Klare Angabe der Bewerbung (z. B. Bewerbung um ein Schülerpraktikum)
  • ggf. Referenznummer

3. Anrede

  • Persönlich: Sehr geehrte/r Herr/Frau …
  • Alternativ: Sehr geehrte Damen und Herren

4. Einleitung

  • Wie wurde man auf die Stelle aufmerksam?
  • Kurzer, interessanter Einstieg (Neugier wecken!)
  • Ggf. erster persönlicher Bezug zum Unternehmen

5. Hauptteil

a) Vorstellung der Person

  • Aktuelle Situation (z. B. Klasse, Abschlussziel)
  • Kurz und prägnant

b) Motivation

  • Warum genau dieses Unternehmen?
  • Warum diese Stelle / dieses Praktikum?

c) Qualifikationen & Stärken

  • Eigene Fähigkeiten und Kompetenzen
  • Bezug zu den Anforderungen des Unternehmens herstellen
  • Ggf. Hobbys oder Erfahrungen sinnvoll einbinden

6. Schluss

  • Ggf. Verfügbarkeit / Zeitraum nennen
  • Wunsch nach persönlichem Gespräch äußern
  • Freude auf Rückmeldung formulieren

7. Grußformel:

  • Freundliche Grüße
  • Name und (Unterschrift)

Wichtige Grundregeln

  • Kurz und übersichtlich (idealerweise maximal 1 Seite)
  • Klar strukturiert: Einleitung – Hauptteil – Schluss
  • Persönlich und individuell (kein Standardtext!)
  • Vom Allgemeinen ins Spezielle
  • Ziel: Interesse wecken und überzeugen
  • Keine reine Wiederholung des Lebenslaufs
  • Zusammenhang zwischen Person, Fähigkeiten und Stelle darstellen

Motivationsschreiben

Beschriebt die persönliche Motivation, warum man genau eine bestimmte Ausbildung machen möchte und was die Ziele dabei sind.

Fokus: Ausbildung

Bewerbungsschreiben

Beinhaltet, warum man der perfekte Kandidat für eine bestimmte ausgeschriebene Stelle ist und warum deine Qualifikation zu einer Stelle passt.

Fokus: eigener Mehrwert für das Unternehmen

Im Lebenslauf stellst du deine gesammelten Erfahrungen durch Schule, Praktika, Ferienjobs oder freiwilliger Tätigkeit chronologisch dar. Dabei steht die zuletzt ausgeübte Tätigkeit immer an erster Stelle.

1. Persönliche Daten

  • Vor- und Nachname
  • Adresse
  • Geburtsdatum (ggf. Geburtsort/-land)
  • Kontaktdaten (Telefonnummer, seriöse E‑Mail-Adresse)
  • Bewerbungsfoto

2. Schulbildung / Bildungsweg

  • Schulverlauf (Aktuelle Schule bis Grundschule)
  • Angestrebter bzw. voraussichtlicher Abschluss

3. Praktische Erfahrungen

  • Bereits absolvierte Praktika
  • Erste berufliche Erfahrungen (falls vorhanden)

4. Kenntnisse und Fähigkeiten

  • Allgemeine Fähigkeiten (z. B. Teamfähigkeit, Organisation)
  • Sprachkenntnisse
  • IT-Kenntnisse
  • Führerschein (falls vorhanden)

Persönliche Ergänzungen (optional, wenn es zur Stelle passt)

  • Stärken
  • Selbstreflexion („Wer bin ich?“ in 2–3 Sätzen)
  • Lieblingsfächer

Engagement & Aktivitäten (optional, wenn es zur Stelle passt)

  • Hobbys und Interessen
  • Vereinsmitgliedschaften
  • AGs (Schule)
  • Ehrenamtliches Engagement
  • Wettbewerbserfolge

Weitere optionale Angaben

  • Familienstand / Konfession (heute meist nicht mehr notwendig)
  • Links zu relevanten Profilen (z. B. LinkedIn)

Wichtige Hinweise zum Lebenslauf

  • Kurz und übersichtlich halten (besonders bei jüngeren Schüler/innen)
  • Fokus auf relevante Inhalte
  • Keine unnötigen Wiederholungen
  • Antichronologisch vom aktuellen zum ältesten

Wer sich zu diesem Beitrag noch weiter informieren möchte, findet auf den Webseiten von Azubiyo und Planet Beruf weitere Leitfäden für das händische Schreiben von Bewerbungen.

Schülerinnen und Schüler von Leipziger Oberschulen haben die Möglichkeit sich direkt an die Praxisberaterinnen und Praxisberater zu wenden. Wer keine direkte Berufsberatung an der eigenen Schule hat, kann sich aber auch die Deutschlehrerinnen bzw. Deutschlehrer wenden oder die Berufsberatung der Agentur für Arbeit.

  • Praxisberaterinnen und Praxisberater
  • Berufsberatung der Agentur für Arbeit
  • Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer
  • KI, wie ChatGPT, Gemini oder Claude
  • Azubiyo
  • Planet Beruf

Wer nun noch das letzte Quäntchen aus seiner Bewerbung rausholen möchte, der nimmt sich die KI zur Hilfe. Die kann nämlich so schreiben, wie ein Personalvermittler mit über 30 Jahren Erfahrung.

Im Folgenden erklären wir euch den Ablauf, wie ihr das meiste aus eurer Bewerbung herausholt.

About Me erstellen

Zunächst erstellt ihr euch eine Zusammenfassung über euch selbst. Je mehr ihr der KI gebt, umso mehr kann sie daraus zaubern.

Entwurf für das Bewerbungsschreiben vorbereiten

Wichtig ist auch, dass ihr der KI schonmal einen kleinen Entwurf liefert. Darus kann sie erste Sprachmuster ableiten und einen Inhaltlichen Fokus erkennen. Das lässt das Bewerbungsschreiben menschlicher klingen.

Prompt vorbereiten

Im Prompt geht es darum der KI verständlich zu erklären, was dein Ziel ist und wo sie genau drauf achten soll.

Hierzu haben wir euch einen Muster-Download zur Verfügung gestellt, der sich vor allem auf einen eleganten Übergang von eurer jetzigen Tätigkeit zur Ausbildung herstellt. Prompt downloaden ›

Nun fügt ihr alle Elemente in den Prompt ein: Stellenbeschreibung, About Me und Anschreiben-Entwurf. Wichtig ist dabei, dass ihr die Inhalte nicht über einen Link oder ein Dokument einfügt, sondern als reinen Text. Das macht die Erstellung genauer und verbraucht bei bestimmten KIs weniger Tokens.

Nun checkt ihr, ob das, was die KI erstellt hat, auch alles Sinn ergibt und nehmt ggf. kleine Änderungen vor. Wenn das Anschreiben zu lang sein sollte fragt die KI einfach, ob alle Inhalte für die Ausgeschriebene Stelle nötig sind, und ob das ganze auf eine Seite passen sollte:

„Sollte das Anschreiben auf eine Seite passen und sind alle Informationen essenziell für ein überzeugendes Anschreiben? Wenn ja, gib mir einen Vorschlag, wie ich es kürzen kann“

Bewerbung in Kurzform – die Alternative zur klassischen Bewerbung

Insbesondere wenn ihr euch auf einen Praktikumsplatz bewerbt, habt ihr möglicherweise noch nicht so viel praktische Erfahrung vorzuweisen. Dann kann es sich lohnen, Lebenslauf und Bewerbungsschreiben zu kombinieren. Dabei kommt es vor allem auf folgende Punkte an:

  • Eine Kurzvorstellung, damit das Unternehmen einen ersten Eindruck von euch erhält
  • Eine Erklärung eurer Motivation, damit deutlich wird, warum ihr ausgerechnet in diesem Bereich ein Praktikum machen möchtet

Auch für diese Variante haben wir eine Vorlage zum Download vorbereitet. Bewerbungsschreiben-Kurzform Vorlage downloaden

Wenn alles passt, müsst ihr die Informationen nur noch in ein passendes Design einbinden. Wir empfehlen hierzu Canva. Canva bietet den Vorteil, dass ihr bereits auf zahlreiche Vorlagen zugreifen könnt, die ihr nur noch mit euren eigenen Daten füllen müsst. Die Vorlage aus unserem Beispiel stellen wir euch selbstverständlich kostenlos zur Verfügung.

Achtet bei der Wahl der Vorlage auf jeden Fall darauf, dass die Farben und das Layout zum Arbeitgeber, bzw. zum Ausbildungsberuf passen. Eine Bewerbung bei einem Fernsehsender als Mediengestalter/-in für Bild und Ton kann sicherlich ein wenig verspielt sein, wohingegen eine Bewerbung bei Siemens als Mechatroniker/-in, oder als Steuerfachangestellte/-r in einer Steuer Kanzlei deutlich schlichter und professioneller sein sollten.

Die Tipps haben euch geholfen eine Ausbildung zu finden? Teilt eure Erfahrungen auf Instagram und verlinkt den Account der ZAW Leipzig – @zawleipzig.

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20.08.2026

Was ist ein Betriebswirt?

Wer sich im Dschungel der Weiterbildungen umsieht, merkt schnell: Betriebswirt ist keineswegs gleich Betriebswirt. In Deutschland existiert eine Vielzahl an Abschlüssen – vom Bank- oder Sparkassenbetriebswirt über den Staatlich geprüften Betriebswirt bis hin zum Geprüften Betriebswirt (IHK/HwO). Das sorgt häufig für Verwirrung, da sich hinter der Berufsbezeichnung ganz unterschiedliche Anforderungsprofile, Qualitätsebenen und Abschlüsse verbergen.

Wenn in der Wirtschaft vom Betriebswirt gesprochen wird, ist meist der IHK-Prüfungsabschluss gemeint. Als Geprüfter Betriebswirt (IHK) belegen Sie national wie international, dass Sie nach den höchsten Standards der Wirtschaft für die strategische Unternehmensorganisation geschult wurden. Was sich hinter der Weiterbildung verbirgt, erfahren Sie in diesem Magazintext.

Welche Aufgaben übernimmt ein Betriebswirt?

Das konkrete Tagesgeschäft hängt stark vom jeweiligen Unternehmen und der Spezialisierung ab. Da Betriebswirte ein breites, vernetztes Wissen mitbringen, übernehmen sie Schlüsselaufgaben:

  • Unternehmensstrategie: Langfristige Ziele definieren und das Geschäft zukunftssicher ausrichten.
  • Finanzmanagement und Controlling: Budgets planen, Kostenstrukturen überwachen und Investitionen bewerten.
  • Personalmanagement: Teams führen, Personalentwicklung gestalten und Change-Prozesse begleiten.
  • Marketing und Vertrieb: Marktanalysen auswerten und Verkaufsstrategien steuern.
  • Verhandlungsführung: Verträge mit Partnern, Lieferanten oder Großkunden rechtssicher und profitabel verhandeln.
  • Innovation und Nachhaltigkeit: Technologischen Wandel (wie KI oder Digitalisierung) im Blick behalten, Trends nutzen und nachhaltige Unternehmensprozesse etablieren.
Ein Betriebswirt lächelt in die Kamera und sitzt an seinem Schreibtisch

Wie wird man Betriebswirt?

In Deutschland ist die Berufsbezeichnung „Betriebswirt“ nicht gesetzlich geschützt. Deshalb unterscheidet man grundsätzlich drei Kategorien:

  • Betriebswirt auf Master-Niveau (DQR-Stufe 7): Geprüfter Betriebswirt (IHK/HwO) und Geprüfter Technischer Betriebswirt (IHK). Voraussetzung ist ein Fortbildungsabschluss auf DQR-Stufe 6.
  • Betriebswirt auf Bachelor-Niveau (DQR-Stufe 6): Staatlich geprüfter Betriebswirt. Voraussetzung ist eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung.
  • Fachspezifische Betriebswirte: Weiterbildungen ohne festes DQR-Niveau (z. B. Bank-, Sozial- oder Hotelbetriebswirt). Voraussetzungen variieren je nach Abschluss.

Das IHK-Gütesiegel

Wenn in der Wirtschaft vom „Betriebswirt“ gesprochen wird, ist in der Regel der höchste berufliche Abschluss nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung gemeint. Dieser Titel belegt national wie international, dass Sie nach den Standards der Wirtschaft für die strategische Unternehmensführung geschult wurden. Er baut direkt auf Ihrem Fundament als Fachwirt oder Meister auf.

Welche Fähigkeiten müssen Sie mitbringen?

Geprüfte Betriebswirte zeichnen sich durch ein praxisorientiertes Managementwissen aus. Neben den betriebswirtschaftlichen Skills zählen vor allem persönliche Kompetenzen für den Führungsalltag:

  • Pragmatismus und Ergebnisorientierung: Lösungen finden, die im Unternehmensalltag wirklich funktionieren.
  • Unternehmerisches Denken: Entscheidungen datengetrieben abwägen und Risiken realistisch einschätzen.
  • Kommunikations- und Verhandlungsgeschick: Auch in schwierigen Situationen souverän und vermittelnd auftreten.
  • Anpassungsfähigkeit (Change-Competence): Veränderungsprozesse nicht nur mitmachen, sondern aktiv gestalten.

Fachliche Voraussetzungen für die Weiterbildung

Um die Weiterbildung zum Geprüften Betriebswirt (IHK) aufzunehmen, benötigen Sie eine Qualifikation der DQR-Stufe 6. Dazu zählen insbesondere Abschlüsse als:

  • Meister/-in
  • Fachwirt/-in
  • Fachkaufmann/Fachkauffrau

Auf diesem vorhandenen betriebswirtschaftlichen Fundament vertiefen Sie Ihre Managementkompetenzen systematisch für anspruchsvolle Führungsaufgaben.

Dauer der Weiterbildung: Wie viel Zeit müssen Sie einplanen?

Die Weiterbildung dauert berufsbegleitend in der Regel 1,5 (Geprüfter Technischer Betriebswirt) bis 2 Jahre (Geprüfter Betriebswirt). Wer die genannten Vorqualifikationen mitbringt, benötigt keine zusätzliche Berufserfahrung vor Kursbeginn.

Tipp für Eilige an der ZAW Leipzig: Die Weiterbildungen können Sie bei uns auch in einem kompakten Vollzeitkurs innerhalb von nur vier Monaten absolvieren.

Ist der Meister höher als der Betriebswirt?

Nein. Zur Einordnung hilft der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR):

DQR-NiveauAkademisches ÄquivalentAbschluss
Level 7Master Niveau– Geprüfter Betriebswirt (IHK/HwO)
– Technischer Betriebswirt (IHK)
Level 6Bachelor Niveau– Staatlich geprüfter Betriebswirt
– Meister
– Fachwirt
– Fachkaufleute

Der Geprüfte Betriebswirt (IHK) steht somit eine Stufe über dem Meister oder Fachwirt und befindet sich auf demselben DQR-Niveau wie ein universitärer Master-Abschluss (dqr.de).

Betriebswirt (IHK) vs. BWL-Studium: Was passt zu Ihnen?

Vor der Entscheidung für die oberste Qualifikationsstufe stellen sich viele die Frage: Sollte ich den Geprüften Betriebswirt (IHK) machen oder doch lieber Betriebswirtschaftslehre (BWL) studieren?

Obwohl beide Wege vergleichbare Inhalte vermitteln, unterscheiden sie sich in ihrer Ausrichtung grundlegend:

  • Praxisbezug statt reiner Theorie: Ein Universitäts- oder Fachhochschulstudium ist meist stark wissenschaftlich und theorieorientiert aufgebaut. Der Geprüfte Betriebswirt (IHK) hingegen setzt genau dort an, wo die Praxis stattfindet. Sie lernen nicht nur die Theorie, sondern wie Sie Betriebswirtschaft direkt in Ihrem Unternehmensalltag anwenden.
  • Kein Zeitverlust durch Grundlagen: Im Studium fangen Sie oft bei den theoretischen Grundlagen an. Die IHK-Weiterbildung baut dagegen nahtlos auf Ihrem bereits vorhandenen Praxis- und Fachwissen als Meister oder Fachwirt auf.
  • Berufsbegleitend und effizient: Ein Vollzeitstudium bedeutet oft Verdienstausfall. Die Weiterbildung zum Betriebswirt (IHK) lässt sich ideal berufsbegleitend absolvieren. So bleiben Sie im Job, sammeln weiterhin wertvolle Berufserfahrung und verdienen Ihr eigenes Gehalt.

Wer wissenschaftlich forschen möchte, ist an der Universität richtig. Wer hingegen seine bestehende Führungskompetenz ausbauen und mehr operative Verantwortung in der Unternehmensorganisation übernehmen will, fährt mit dem Geprüften Betriebswirt (IHK) deutlich besser.

Betriebswirt vs. Technischer Betriebswirt: Wo liegt der Unterschied?

Beide Abschlüsse sind auf DQR-Stufe 7 angesiedelt, haben jedoch unterschiedliche Schwerpunkte:

  • Geprüfter Betriebswirt (IHK): Der Fokus liegt auf der gesamten, fachübergreifenden Unternehmensführung, strategischen Planung, Marketing, HR und Finanzen.
  • Geprüfter Technischer Betriebswirt (IHK): Schlägt die Brücke zwischen Technik und Wirtschaft. Er eignet sich besonders für Personen mit technischem Hintergrund (z. B. Industriemeister) und konzentriert sich auf Produktionsplanung, Logistik, Beschaffung und technisches Vertriebsmanagement.

Englischanteil im Betriebswirt – Welches Niveau brauchen Sie?

Ein wichtiger Bestandteil der IHK-Abschlussprüfung ist die englische Sprache: Ein von drei Themengebieten muss vollständig auf Englisch bearbeitet werden.

Schulenglisch (ca. B2-Niveau) reicht theoretisch aus, um sich zu verständigen. Aufgrund der Komplexität der Aufgabenstellungen empfehlen wir für die Prüfungssicherheit jedoch ein C1-Niveau mit wirtschaftsspezifischer Vertiefung.

Wichtig: Der englische Anteil ist nur in der Prüfung zum Geprüften Betriebswirt erforderlich. Der Geprüfte Technische Betriebswirt ist nicht betroffen.

Mit der ZAW Leipzig entspannt zum richtigen Sprachniveau

In unseren Präsenzkursen an der ZAW Leipzig bereiten wir Sie intensiv auf diesen Prüfungsteil vor. Mit 100 Unterrichtsstunden gezieltem Business English lernen Sie das Fachvokabular, führen den Unterricht auf Englisch und bearbeiten reale Übungsaufgaben aus allen Prüfungsgebieten. So gehen Sie stressfrei in die Prüfung.

Ihr nächster Karriereschritt: Jetzt durchstarten und 10 % Treuerabatt sichern

Die Weiterbildung zum Geprüften Betriebswirt (IHK) ist Ihr Türöffner für das obere Management und höhere Gehaltsklassen. Sie verbinden Ihre bisherige Praxiserfahrung mit strategischem Know-how auf Master-Niveau.

Unser Angebot für Ihre Zukunft:

Haben Sie Ihren Meister, Fachwirt oder Fachkaufmann bereits an der ZAW Leipzig absolviert? Dann belohnen wir Ihren Ehrgeiz: Das Bildungszentrum der IHK zu Leipzig gewährt Ihnen 10 % Rabatt auf den Kurspreis für die Weiterbildung zum Geprüften Betriebswirt (IHK) oder Geprüften Technischen Betriebswirt (IHK).

Unsere Kurse bieten wir Ihnen in verschiedenen Modellen an:

  • Präsenz berufsbegleitend
  • Online berufsbegleitend
  • Online Vollzeit

Machen Sie den entscheidenden Schritt in Ihrer Karriere. Kontaktieren Sie jetzt unsere Weiterbildungsmanagerin Simone Janzen für eine persönliche Beratung oder sichern Sie sich direkt Ihren Platz im nächsten Kurs!

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20.08.2026

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?

Sich beruflich weiterzuentwickeln, ist heute wichtiger denn je, doch die Suche nach dem passenden Kurs wirft oft mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Dabei lässt sich die Wahl des passenden Formats meist ganz einfach mit Ihren persönlichen und beruflichen Zielen beantworten. Egal, ob Sie den nächsten Karriereschritt planen, Wissenslücken schließen oder sich beruflich komplett neu orientieren wollen: Es gibt für jede Lebensphase das passende Konzept.

Als Bildungszentrum der IHK zu Leipzig begleiten wir seit 1992 Menschen auf ihrem Bildungsweg. In diesem Beitrag geben wir Ihnen einen strukturierten Überblick über die wichtigsten Weiterbildungsformate, Fördermöglichkeiten und Entscheidungs-Hilfen.

Welches Lern- und Zeitmodell passt zu Ihnen?

Eines der zentralsten Themen einer Weiterbildung, das am häufigsten unterschätzt wird, ist die Wahl des Modells. Dieses Spielt vor allem bei langen Weiterbildungen eine entscheidende Rolle.

Durchführungsmodelle im Vergleich

KriteriumPräsenzKombi (Präsenz/Live-Online)Live-Online
Persönlicher AustauschHochMittel bis HochMittel
FlexibilitätNiedrigMittelHoch
Praktische ÜbungenSehr hochHochMittel
NetzwerkaufbauSehr hochMittelGrundlegend
Technische HürdeNiedrigMittelHoch

Zeitmodelle: Berufsbegleitend vs. Vollzeit

Berufsbegleitend:

  • Vorteile: Das Gehalt fließt weiter, Berufserfahrung wird parallel gesammelt und das Erlernte lässt sich direkt im Berufsalltag testen.
  • Nachteile: Doppelbelastung über einen längeren Zeitraum (teilweise bis zu 4 Jahre).

Vollzeit:

  • Vorteile: Schneller Abschluss in wenigen Monaten und voller Fokus auf den Lernerfolg.
  • Nachteile: Erfordert finanzielle Überbrückung bzw. Gehaltsverzicht während der Schulungsphase.

In welchen Berufsfeldern kann ich eine Weiterbildung machen?

Grundsätzlich können Sie Ihr Wissen in fast jedem beruflichen Bereich vertiefen. Als regionaler Partner für Leipziger Unternehmen bieten wir Ihnen ein breites Spektrum an praxisnahen Kursen mit bundesweit anerkannten IHK-Abschlüssen und Zertifikaten an. Unsere Themenschwerpunkte umfassen unter anderem:

  • Führung, Management und HR: Ausbilder, Führungskräfte, Personalmanagement / Human Resources Management, Projekt- und Qualitätsmanagement.
  • Kaufmännisch und Strategisch: Finanz- und Rechnungswesen, Immobilienwirtschaft, Marketing und Vertrieb, Büromanagement, Außenwirtschaft und Supply Chain.
  • Technik, Industrie & IT: Fach- und Industriemeister, Technisches Management, Technische Weiterbildung, Digitalisierung und KI, Elektrotechnik, Metalltechnik und Schweißen.
  • Logistik & Dienstleistung: Lager und Logistik, Sicherheitsgewerbe, Gesundheitswesen, Prüfungsvorbereitung.

Passendes Themenfeld dabei? Lassen Sie sich direkt von unseren Weiterbildungsmanagerinnen beraten.

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Weiterbildungsformate für Arbeitnehmende

Je nachdem, wie viel Zeit Sie investieren möchten und welches Ziel Sie verfolgen, kommen unterschiedliche Formate infrage.

1. Seminare als schneller Wissensbooster

Seminare bieten Ihnen die Möglichkeit, sich themenspezifisch und in sehr kurzer Zeit umfassend fortzubilden. In der Regel dauern sie ein bis zwei Tage und behandeln aktuelle Entwicklungen in konkreten Tätigkeitsfeldern.

Bei der ZAW Leipzig konzentrieren wir uns in den Seminaren vor allem auf gefragte Zukunftsthemen wie KI und Digitalisierung, Führung/Recht/Skills sowie Zoll- und Außenwirtschaft.

2. Zertifikatslehrgänge für neue Kompetenzen

Mit einem IHK-Zertifikat qualifizieren Sie sich für anspruchsvolle Aufgaben, ohne direkt eine mehrjährige Weiterbildung zu absolvieren. Diese praxisorientierten Lehrgänge eignen sich für Fachkräfte, die im Unternehmen neue Verantwortung übernehmen wollen, ebenso wie für Quereinsteigende.

3. Aufstiegsfortbildungen für leitende Positionen

Wenn Sie gezielt Ihr Gehalt steigern oder sich für eine Führungsposition qualifizieren möchten, ist die Aufstiegsfortbildung die richtige Wahl. Sie gliedert sich in zwei aufeinander aufbauende Stufen (dqr.de):

  • Bachelor Professional (z. B. Fachwirt oder Meister): Hier erwerben Sie fachspezifisches Vertiefungswissen sowie fundierte Kenntnisse in Betriebswirtschaft, Organisation und Mitarbeiterführung.
  • Master Professional (z. B. Betriebswirt): Die höchste Stufe der kaufmännischen Aufstiegsfortbildung fokussiert sich auf die strategische Unternehmensführung.

4. Inhouse-Schulungen und Firmentrainings

Wenn Unternehmen ganze Teams fortbilden möchten, bieten maßgeschneiderte Firmentrainings den größten Mehrwert. Die Dozierenden gehen dabei direkt auf die internen Abläufe und Herausforderungen des jeweiligen Betriebes ein. Das reduziert Abwesenheitszeiten und erhöht den Lerneffekt spürbar.

5. Bildungsurlaub und Qualifizierungszeit (ab 2027 in Sachsen)

Ab Januar 2027 können Arbeitnehmende in Sachsen drei Tage Bildungsurlaub bzw. Qualifizierungszeit in Anspruch nehmen. Dies gilt für berufliche Qualifikationen, ehrenamtliche Weiterbildungen oder politische Bildung. Kleine Unternehmen (unter 20 Mitarbeitenden) können dabei eine Förderung von bis zu 345 € pro Mitarbeitenden beantragen. Passende Kurse finden Sie ab 2027 direkt bei der ZAW Leipzig.

Angebote für Arbeitssuchende und Quereinsteigende

Auch bei einer beruflichen Neuorientierung oder nach längerer Pause gibt es passgenaue Wege zurück in den Arbeitsmarkt.

AZAV-zertifizierte Weiterbildung

Wer einen älteren Berufsabschluss hat (z. B. als Schlosser), erfüllt oft nicht mehr alle Anforderungen der modernen, digitalisierten Arbeitswelt. Passgenaue, AZAV-zertifizierte Bildungsangebote schließen diese Lücke. Der große Vorteil: Diese Kurse können über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters zu 100 % gefördert werden.

An der ZAW Leipzig bieten wir zertifizierte Kurse in den Bereichen Elektrotechnik, Metalltechnik und Schweißen an.

Umschulung

Ob aus gesundheitlichen oder strukturellen Gründen: Wenn Sie Ihren alten Beruf nicht mehr ausüben können, schützt eine Umschulung vor dem Abstieg in ungelernte Hilfstätigkeiten. Umschulungen schließen mit einem anerkannten Berufsabschluss ab und dauern in der Regel zwischen 16 und 28 Monaten.

Unsere Umschulungen in Leipzig sind direkt auf den regionalen Arbeitsmarkt ausgerichtet:

Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Niemand muss die Kosten für eine Weiterbildung zwingend alleine tragen. Nutzen Sie die staatlichen und regionalen Fördertöpfe:

  • Aufstiegs-BAföG: Einkommens- und altersunabhängige Förderung von bis zu 75 % der Kurs- und Prüfungskosten bei Aufstiegsfortbildungen.
  • Meisterbonus Sachsen: Einmalige Prämie von 3.000 € nach erfolgreichem Abschluss der Meisterprüfung für Personen mit Wohnsitz oder Arbeitsort in Sachsen.
  • Bildungsgutschein: Bis zu 100 % Kostenübernahme durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter bei Arbeitslosigkeit, drohender Arbeitslosigkeit oder wenn eine Umschulung notwendig ist.
  • Weiterbildungsgeld & Prämien bei Umschulungen: Bei geförderten Umschulungen erhalten Sie zusätzlich 150 € monatlich sowie Prämien von insgesamt bis zu 2.500 € für das Bestehen der Zwischen- und Abschlussprüfung.
  • Förderung für Solo-Selbstständige: Bis zu 4.500 € Förderung für Weiterbildungen ab einem Umfang von 20 Stunden.

Fazit: Machen Sie den nächsten Schritt in Ihrer Karriere

Welches Bildungsformat das richtige für Sie ist, hängt ganz von Ihren individuellen Ambitionen und Ihrer aktuellen Lebenssituation ab. Egal, ob Sie kurze Impulse im Seminar suchen, einen neuen Beruf per Umschulung erlernen oder den Aufstieg in die Führungsebene anstreben: Bei der ZAW Leipzig finden Sie die passende Lösung inklusive persönlicher Beratung.

Sie haben bereits einen Abschluss als Fachwirt, Fachkaufmann oder Meister in der Tasche und wollen die höchste Qualifikationsstufe im kaufmännischen Bereich erreichen?

Gehen Sie den nächsten Schritt zur strategischen Führungskraft: Informieren Sie sich jetzt über unsere geschätzten Aufstiegsfortbildungen zum Geprüften Betriebswirt (Master Professional) oder Geprüften Technischen Betriebswirt (Master Professional).

Absolventen der ZAW Leipzig sparen doppelt: Nutzen Sie unseren ZAW-Treuebonus und sichern Sie sich 10 % Rabatt auf die Kursgebühren Ihrer Betriebswirt-Weiterbildung!

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13.04.2026

Umschulung: Beruflicher Neustart mit Bildungsgutschein

Ein beruflicher Neuanfang ist für viele Menschen ein großer Schritt – oft begleitet von Unsicherheit, vielen Fragen und dem Wunsch nach einer besseren Perspektive. Welche Umschulung bietet Sicherheit? Welche Berufe passen zu meinen Stärken? Und wie lässt sich das Ganze finanzieren?

Der Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit bietet hierfür die passende Unterstützung: Er übernimmt bis zu 100 % der Kosten Ihrer Umschulung und legt die Grundlage für Ihren beruflichen Neustart. Dieser Magazinbeitrag führt Sie Schritt für Schritt durch das Thema und bietet ihnen, insbesondere wenn sie bisher kaum Berührungspunkte mit dem Thema hatten, einen Leitfaden und Einblicke auf gefragte Berufsfelder.

Ist eine Umschulung das richtige für mich?

Eine Umschulung ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie:

  • berufliche Sicherheit und Zukunftsperspektiven suchen,
  • Ihre Stärken stärker einbringen möchten,
  • Ihre bisherige Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können,
  • geringqualifiziert sind und Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern möchten,
  • arbeitslos sind oder eine drohende Arbeitslosigkeit verhindern wollen.

Umschulungszentren wie die ZAW Leipzig begleiten Sie auf diesem Weg. Durch eine praxisnahe Ausbildung, moderne Lernumgebungen und ein großes Netzwerk von über 120 Partnerunternehmen haben Sie hervorragende Chancen auf einen erfolgreichen Einstieg in Ihr neues Berufsfeld.

In welchen Berufen kann man sich umschulen lassen? – Berufsfelder mit Zukunft

Umschulungen gibt es nahezu in jedem Berufsbereich. Besonders gefragt sind momentan Berufe in:

  • Industrie und Lagerlogistik
  • Metall-, Elektro und Automatisierungstechnik
  • IT und Digitalisierung
  • Gesundheitswesen und Pflege
  • Kaufmännischen Berufen

Grundlegend lässt sich festhalten, dass Sie nach einer erfolgreichen Umschulung als Fachkraft ein zwei- bis viermal geringeres Risiko haben in Arbeitslosigkeit zu verfallen als ungelernte Personen (Agentur für Arbeit).

Welche Umschulungen lohnen sich 2026?

Aktuell lohnt sich insbesondere der Blick auf Berufsfelder, in denen Fachkräfte stark gefragt sind.

In Sachsen betrifft dies: Industrieberufe, Elektrotechnik, Mechatronik, Energietechnik, Metallbau sowie Berufe in der Kunststofftechnik und Steuerberatung.

Die besten Perspektiven: 2,5-jährige Qualifikationen, wie die zur Fachkraft für Lagerlogistik, bieten bessere Perspektiven als 1,5-jährige, wie die zum Fachlageristen. Denn Sie erhalten mehr Qualifikationen und Handlungsbefugnisse, was Sie begehrter auf den Arbeitsmarkt und flexibler einsetzbar im Unternehmen.

Wichtig: Die Wahl Ihrer Umschulung sollte dennoch vor allem von ihren persönlichen Bedürfnissen sowie mentalen und körperlichen Voraussetzungen abhängen.

Umschulung an der ZAW Leipzig

Sie planen einen beruflichen Neustart?

Die ZAW Leipzig bietet Umschulungen mit Perspektive.

Was ist ein Bildungsgutschein?

Der Bildungsgutschein ist eine Förderung der Bundesagentur für Arbeit, die es Ihnen ermöglicht, sich beruflich neu zu orientieren oder weiterzubilden.

Er kann für Umschulungen, Weiterbildungen und Teilqualifizierungen genutzt werden, beispielsweise zum Mechatroniker oder für Schweiß- sowie Sprachkurse. Die Voraussetzung: Der Bildungsanbieter und die Bildungsmaßnahme sind AZAV-zertifiziert, so wie bei der ZAW Leipzig.

Der Bildungsgutschein übernimmt bis zu 100 % der Kosten

Der Bildungsgutschein übernimmt bis zu 100 % der Kosten rund um Ihre Qualifizierungsmaßnahme wie:

  • Lehrgangskosten und Prüfungsgebühren
  • Kosten für Lehrmittel und Arbeitskleidung
  • Fahrtkosten
  • Kosten für Übernachtung und Verpflegung
  • Kinderbetreuung

Wichtig: Für den Zeitraum der Qualifizierung zahlt die Bundesagentur für Arbeit Arbeitslosengeld.

Welche Voraussetzungen braucht man für einen Bildungsgutschein?

Ein Beratungstermin mit der Agentur für Arbeit oder Ihrem zuständigen Jobcenter klärt, ob sie für einen Bildungsgutschein infrage kommen. Häufig besteht ein Anspruch, wenn Sie:

  • arbeitslos sind oder Bürgergeld beziehen,
  • einen Arbeitsplatzverlust vermeiden müssen,
  • körperliche oder mentale Einschränkungen im aktuellen Job haben,
  • mit einer Weiterbildung Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern wollen.

Die allgemeine Voraussetzung für einen Bildungsgutschein ist in jedem Fall die Arbeitsfähigkeit aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen.

Wie beantrage ich eine Umschulung mit Bildungsgutschein? – 5 Schritte zum beruflichen Neustart

Schritt 1: Beratung bei der Agentur für Arbeit

Bei der Beratung bei der Bundesagentur für Arbeit, wird geprüft, ob ein Bildungsgutschein für Sie infrage kommt. Zudem erhalten Sie erste Informationen zu möglichen Berufsfeldern und zertifizierten Bildungsträgern.

Schritt 2: Umschulung suchen

Wenn Sie für einen Bildungsgutschein infrage kommen, suchen Sie sich nun eine passende Umschulung. Wenn Sie noch unsicher sind, hilft der kostenlose Selbsttest oder der Berufscheck der Bundesagentur für Arbeit bei der Orientierung.

Bei der ZAW Leipzig finden Sie eine Vielzahl an gefragten Umschulungen, beispielsweise zum Mechatroniker, Industriemechaniker oder zur Fachkraft für Lagerlogistik.

Schritt 3: Bildungsträger kennenlernen

Wenn sie eine passende Umschulung für sich gefunden haben, oder noch mehr Informationen benötigen, vereinbaren Sie einen kostenlosen und persönlichen Termin.

Das persönliche Beratungsgespräch bei der ZAW Leipzig thematisiert:

  • Inhalte, Ablauf und Dauer Ihrer Umschulung,
  • benötigte Unterlagen für den Bildungsgutschein,
  • Praxisanteile und Einsatzmöglichkeiten,
  • Ihre individuellen Fragen zum Lernalltag,
  • Einblicke in die Ausbildungsräume.

Schritt 4: Unterlagen einreichen

Gemeinsam mit Mitarbeitenden der ZAW Leipzig, oder dem Bildungsanbieter ihrer Wahl, stellen Sie alle Dokumente für die Agentur für Arbeit zusammen. Dann heißt es: Antrag einreichen und auf die Bewilligung warten.

Schritt 5: Umschulung starten

Umschulung über 40 – Lohnt sich das noch?

Sie sind über 40, 50 oder sogar 60 und fragen sich, ob sich eine Umschulung für Sie noch einmal lohnt? Definitiv! Denn als Fachkraft sind Ihre Jobchancen mindestens doppelt so hoch, im Vergleich zur ungelernten Hilfskraft. Zudem öffnen sich Ihnen Türen zu unbefristeten Arbeitsverhältnissen, mehr Gehalt und Möglichkeiten zur Weiterqualifizierung, beispielsweise als Meister oder Fachwirt.

Umschulung mit 58? Schauen Sie sich die Geschichte von Andre Klaus auf unseren Instagram Kanal an. Mehr erfahren ›

Eine Frau mit einem Kaffee in der Hand lässt sich zu einer Umschulung über 40 Jahren bereaten

Wie schaffe ich eine Umschulung? – 5 Tipps für einen erfolgreichen Neustart

  • Ziele fokussieren: Ihr neuer Beruf ist Ihr Antrieb.
  • Regelmäßig lernen: kleine Schritte erleichtern die Prüfungsphase.
  • Erfolge feiern: auch kleine Fortschritte stärken die Motivation.
  • Vernetzen: der Austausch mit anderen Umschülern bringt neue Perspektiven.
  • Ruhe bewahren: Höhen und Tiefen sind normal und gehören dazu. Ihr Abschluss ist Ihr großes Ziel.

Vom Bildungszentrum zum Weltkonzern – Erfolgsgeschichten aus der ZAW Leipzig

Er ist am Ball geblieben und hat es geschafft. Nach 2,5 Jahren Umschulung erntet Sebastian Bauch die Lorbeeren für seine harte Arbeit. 2023 begann er bei der ZAW Leipzig seine Umschulung zum Mechatroniker. Sein Pflichtpraktikum absolvierte er bei Siemens Energy, wo er mit seinen erlernten Fähigkeiten so von sich überzeugen konnte, dass er im direkten Anschluss einen Arbeitsvertrag bei dem Weltkonzern unterschreiben konnte.

Die gesamte Geschichte lest ihr in unseren News. Mehr erfahren ›

Die richtige Umschulung finden: Welcher Beruf passt zu mir?

Nun sind Sie vorbereitet, um Ihren beruflichen Neustart zu planen. Unser Fünf-Punkte-Plan dient ihnen dabei als Stütze für Ihre Planung. Nutzen Sie jetzt:

Die ZAW Leipzig bietet ihnen beste Umschulungsmöglichkeiten in den Bereichen Metalltechnik, Elektrotechnik und Lagerlogistik. Informieren Sie sich auf unsere Webseite oder vereinbaren Sie ein kostenloses Beratungsgespräch.

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09.03.2026

Der große IHK-Fortbildungskompass

Nach, oder manchmal auch schon während der Ausbildung, merkt man schnell, dass das erlernte Wissen nicht immer ausreicht, um alle Prozesse zu verstehen oder dem technologischen Wandel standzuhalten. An der Stelle benötigen Sie eine Fortbildung, um Ihr Wissen aufzufrischen. Doch wie findet man die richtige Fortbildung? Welche Unterschiede gibt es da? Und kann ich das auch neben dem Beruf machen?

Die folgenden Einblicke bringen Licht ins Dunkel. Nach diesem Beitrag wissen Sie das Wichtigste über Fortbildungen, wie Arten, Nutzen, Fördermöglichkeiten und Voraussetzungen. Obendrauf erhalten Sie noch einen Einblick, wie Sie Ihre passende Fortbildung finden und welche Fortbildungen sich aktuell besonders lohnen.

Definition: Was ist eine Fortbildung?

Eine Fortbildung hilft dabei, die beruflichen Kompetenzen in einem gelernten oder derzeit ausgeübten Beruf zu erweitern und zu vertiefen. Gleichzeitig unterstützt sie dabei, im aktuellen Tätigkeitsbereich handlungsfähig und auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Fortbildung als Definition aus dem Gesetz

Der Gesetzgeber unterteilt den Begriff der Fortbildung und definiert diesen laut Berufsbildungsgesetz (BBiG) § 1 Abs. 4 wie folgt:

Die berufliche Fortbildung soll es ermöglichen,

  1. die berufliche Handlungsfähigkeit durch eine Anpassungsfortbildung zu erhalten und anzupassen oder
  2. die berufliche Handlungsfähigkeit durch eine Fortbildung der höherqualifizierenden Berufsbildung zu erweitern und beruflich aufzusteigen.

Welchen Unterschied gibt es zwischen Fortbildung und Weiterbildung?

Zwei Begriffe, die gerne mal als Synonym verwendet werden, jedoch einen kleinen Unterschied besitzen. Unter einer Fortbildung versteht man die gezielte Erweiterung von Fähigkeiten und Wissen im aktuellen Tätigkeitsfeld. Beispiele hierfür sind:

  • Ein Elektroniker für Betriebstechnik, der einen Industriemeister für Elektrotechnik macht
  • Ein Industriemechaniker, der eine Schulung für CNC-Frästechniken macht
  • Eine angehende Personalfachkauffrau, die sich mit einem Ausbilderschein auf die Erweiterung ihres Aufgabenfeldes vorbereitet
  • Ein Handelsfachwirt, der in einem Seminar die neuesten Gesetzesänderungen im Zoll kennenlernt

Eine Weiterbildung kann hingegen als Oberbegriff für alle beruflichen Qualifikationen gesehen werden, die das Wissen und das Handlungsfeld erweitern – auch wenn der gewählte Kurs nichts mit dem eigentlichen Tätigkeitsfeld zu tun hat.

Beispiele hierfür sind:

  • Eine IT-Fachkraft, die einen Kurs zu gesunder Ernährung macht
  • Ein Personalfachkaufmann, der Social Media Management lernt
  • Ein Meister, der sich zum Qualitätsmanagementbeauftragten vorbereitet

Welche Arten von Fortbildungen gibt es?

Für den Erwerb von neuen beruflichen Qualifikationen stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten zur Fortbildung zur Verfügung:

  • Seminar/Bescheinigung
  • IHK-Zertifikat
  • IHK-Aufstiegsfortbildung

Die einzelnen Fortbildungsarten unterscheiden sich in Umfang, Zeitaufwand sowie erreichtem Abschluss und eignen sich somit zum Erreichen verschiedener Ziele:

Seminar

Seminare dienen der Qualifizierung zu einem ganz bestimmten Thema. Beispielsweise kann sich eine angehende Teamleiterin in einem vorbereitenden Führungstraining Input für ihre neue Tätigkeit holen.

  • Dauer: in der Regel ein bis zwei Tage
  • Zeitaufwand: 4 bis 16 Stunden
  • Kein Selbststudium während des Kurses
  • Individueller Zeitaufwand für Integration in den Arbeitsalltag

Schein

Eine Bescheinigung benötigen Sie, wenn Sie für die Ausübung einer bestimmten Tätigkeit gesetzliche Vorgaben erfüllen müssen. Dazu zählen unter anderem der Staplerschein oder der Ausbilderschein.

  • Dauer: zwei Wochen bei Vollzeitkursen
  • Zeitaufwand: bis zu 92 Stunden
  • Selbststudium (Empfehlung): ca. 8 bis 12 Stunden
  • Individueller Zeitaufwand für Integration in den Arbeitsalltag

Seminare und Bescheinigungen eignen sich vor allem dann, wenn Sie Wissen zu einem einzigen Thema benötigen und dieses in kurzer Zeit erlangen wollen.

IHK-Zertifikat

Mit einem IHK-Zertifikat qualifizieren Sie sich für einen neuen beruflichen Handlungsbereich. Diese Form der Fortbildung eignet sich vor allem dann, wenn Sie Ihr Aufgabenfeld erweitern wollen, ohne beruflich aufzusteigen.

  • Dauer: ein bis drei Monate
  • Zeitaufwand: 80 bis 120 Stunden
  • Abschlusstest und ggf. Projektarbeit
  • Selbststudium (Empfehlung): ca. 4 bis 8 Stunden pro Woche
  • Integration in den Arbeitsalltag kann während der Weiterbildung stattfinden

IHK-Aufstiegsfortbildungen

IHK-Aufstiegsfortbildungen (auch „Höhere Berufsbildung“ genannt) dienen, wie es der Name schon verrät, dem beruflichen Aufstieg. Sie vertiefen Ihre Kenntnisse in Ihrem Fachbereich und erweitern diese um Fähigkeiten in der Unternehmensorganisation. Mit einem Abschluss als Bachelor Professional (Meister, Fachwirte, Fachkaufleute oder Bilanzbuchhalter) sind Sie qualifiziert für Aufgaben im mittleren Management. Der höchste berufliche Fortbildungsabschluss ist der Master Professional (Betriebswirt oder Technischer Betriebswirt), der Sie für das gehobene Management qualifiziert.

  • Dauer: ein bis drei Jahre berufsbegleitend oder drei bis zehn Monate Vollzeit
  • Zeitaufwand: über 120 Stunden
  • Selbststudium (Empfehlung): ca. 8 bis 12 Stunden pro Woche
  • Mehrere Prüfungen und ggf. Projektarbeit
  • Integration in den Arbeitsalltag kann während der Weiterbildung stattfinden

Meister oder Betriebswirt: Was ist höher? – Abschlüsse im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR)

Für eine bessere Einordnung Ihrer Fähigkeiten sind Aufstiegsfortbildungen im Deutschen Qualifikationsrahmen festgesetzt. Nach einer drei- oder dreieinhalbjährigen Ausbildung stehen Sie auf der Stufe 4. Mit einer Aufstiegsfortbildung, beispielsweise zum Bilanzbuchhalter, können Sie nun zur Qualifikationsstufe 6 aufsteigen – das entspricht dem Bachelor-Niveau im Studium. IHK-Abschlüsse werden wie folgt eingeordnet:

  • DQR-Stufe 6: Bachelor Professional – Meister, Fachwirte, Fachkaufleute und weitere Abschlüsse (z. B. Geprüfter Bilanzbuchhalter oder Staatlich geprüfter Techniker)
  • DQR-Stufe 7: Master Professional – Betriebswirt und Technischer Betriebswirt

Besonders im Bereich der Industrieberufe stellt sich nach der Ausbildung die Frage, ob eine Weiterbildung zum Meister oder Techniker sinnvoller ist. Einen Vergleich der beiden Abschlüsse finden Sie in unserem Magazin. Mehr erfahren ›

Seminare und IHK-Zertifikate reichen hingegen nicht aus, um im DQR aufzusteigen. Eine Aufstiegsfortbildung erkennen Sie immer an dem Zusatz „Geprüfte“ oder „Geprüfter“, zum Beispiel: Geprüfter Wirtschaftsfachwirt.

Wichtig: Die Voraussetzung für den Betriebswirt oder den Technischen Betriebswirt ist immer eine passende Fortbildung zum Bachelor Professional.

Präsenz oder Online – Was ist besser?

Wie auch bei den Abschlüssen gibt es bei den Durchführungen viele verschiedene Konzepte: Präsenzkurse, Online, Hybrid und viele weitere. Am Abschluss ändert dies in der Regel nichts, dennoch eignet sich für bestimmte Lerntypen die ein oder andere Durchführungsart besser.

Für eine bessere Entscheidung stellen Sie sich doch einfach mal folgende Fragen:

  • Wie wichtig ist Ihnen der persönliche Austausch mit anderen Teilnehmenden?
  • Lassen Sie sich leicht durch andere Dinge ablenken?
  • Wie wichtig sind Ihnen praktische Übungen?
PräsenzOnlineHybrid
Persönlicher Austausch⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐
Flexibilität⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐
Praktische Übungen⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐
Kursübergreifender Netzwerkaufbau⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐
Technische Voraussetzungenniedrighochmittel
AnsprechpartnerPersönlich/ Telefonisch/ OnlineTelefonisch/ OnlineTelefonisch/ Online
FörderungJaJaJa

Besonders bei Fortbildungen, die auf Tätigkeiten vorbereiten, welche vom persönlichen Kontakt geprägt sind, können in Präsenz Vorteile gegenüber den Online-Pendants haben. Mehr dazu lesen Sie in unserem Magazinbeitrag zum Ausbilderschein. Mehr erfahren ›

Einen tieferen Einblick in den Vergleich von Online- und Präsenzkursen erhalten Sie ebenfalls in unserem Magazin. Mehr erfahren ›

Welche Vorteile haben IHK-Fortbildungen?

Fortbildungen der IHK wirken! Das belegt die Fortbildungsstudie des DIHK von 2023. Befragt wurden fast 20.000 Absolventinnen und Absolventen von Aufstiegsfortbildungen. Dabei gaben über 80 % der Befragten an, dass sich ihre berufliche Situation deutlich verbessert hat, beispielsweise durch eine höhere Position, ein erweitertes Aufgabenfeld, mehr Gehalt oder einfach nur durch Selbstverwirklichung.

Wer kann eine Fortbildung machen?

Zulassungsbeschränkungen zu IHK-Fortbildungen bestehen vor allem zu Aufstiegsfortbildungen. Für deren Teilnahme benötigen Sie in der Regel nur zwei Dinge:

  • Eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung im entsprechenden Berufsfeld
  • Einschlägige Berufserfahrung im gewählten Berufsfeld der Fortbildung

Fachliche und zum Teil auch pädagogische Voraussetzungen zur Prüfungszulassung erlangen Sie über die Vorbereitungskurse.

Praxistipp: Wenn Sie direkt nach der Ausbildung als Bachelor Professional durchstarten wollen, müssen Sie nicht erst ein oder zwei Jahre arbeiten gehen. Denn bei berufsbegleitenden Kursen können Sie die Berufserfahrung auch während der Fortbildung sammeln.

Nice to know: Die beliebtesten Aufstiegs­fort­bildungen

Welche Fortbildung ist eigentlich die beliebteste? Im Bereich der IHK wurden zuletzt über 50.000 Prüfungen (Stand 2024, DIHK) abgelegt. Die mit Abstand beliebteste von allen ist die Alleskönner-Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt mit fast 8.200 abgelegten Prüfungen. Die beliebteste Meister-Fortbildung ist der Industriemeister Metall mit knapp 7.500 Prüflingen. Im Bereich des Master-Professional liegt der spezialisierte Technische Betriebswirt (ca. 2.100 Prüfungen) vor dem allgemeinen Betriebswirt (ca. 1.400 Prüfungen).

Bis zu 100% gedeckte Kosten: Förderungen für Fortbildungen

Viele Fortbildungen in Deutschland werden durch besondere Unterstützungsprogramme gefördert und decken die meisten Altersgruppen und beruflichen Situationen ab.

Besonders wenn Sie schon etwas länger in Ihrem Job arbeiten oder bereits ein gewisses Gehalt verdienen, liegt die Frage nahe: Kann ich noch gefördert werden? Die gute Nachricht: Die meisten Förderprogramme sind alters- und/oder einkommensunabhängig.

Welche Förderungen für Fortbildungen gibt es?

Alle Förderprogramme vorzustellen, würde an dieser Stelle den Rahmen des Beitrags sprengen. Deswegen sind hier die wichtigsten Förderprogramme für Sie zusammengefasst:

  • Aufstiegs-BAföG: bis zu 75 % Förderung für Aufstiegsfortbildungen – alters- und einkommensunabhängig
  • Meisterbonus: bis zu 2.000 € für erfolgreich abgeschlossene Abschlüsse zum Meister in Sachsen
  • Bildungsgutschein: bis zu 100 % Förderung für berufliche Qualifizierung

Einen detaillierteren Überblick zu allen Förderprogrammen finden Sie in unserem Beitrag zur Weiterbildungsförderung. Mehr erfahren ›

Unterstützung durch Ihr Unternehmen

Eine Weiterbildung muss nicht immer privat finanziert werden. Viele Arbeitgeber bieten Ihnen die Möglichkeit, sich über die Firma weiterzubilden. Die häufigsten Varianten sind:

  • Bildungsurlaub
  • Finanzielle Unterstützung oder komplette Kostenübernahme
  • Freistellung bzw. Anrechnung der Weiterbildung auf die Arbeitszeit
  • Inhouse-Schulungen

Wenn Sie einen bestimmten Wunsch für Ihre berufliche Zukunft haben, dann fragen Sie doch einfach nach den Möglichkeiten der betrieblichen Unterstützung bei Ihrer Personalabteilung oder im nächsten Personalgespräch.

In 5 Schritten zur passenden Fortbildung

Nun wissen Sie alles, was Sie für die Wahl Ihrer nächsten bzw. ersten Fortbildung benötigen. Wenn Sie sich dennoch fragen, wo genau Sie Ihre Suche starten sollen, erleichtert der folgende Leitfaden ihre Entscheidung:

Schritt 1: Zeitmodell wählen

Bevor Sie sich für eine Fortbildung entscheiden, sollten Sie die grundlegende Frage klären: Wie sind Sie zeitlich gebunden? Müssen Sie noch nebenbei arbeiten, können Sie nur berufsbegleitende Kurse wählen. Wenn Sie jedoch von Ihrem Arbeitgeber freigestellt werden oder Sie mit der Qualifikation Ihre Arbeitslosigkeit überbrücken wollen, kommen auch Vollzeitkurse infrage.

Schritt 2: Durchführung wählen

Sie sind beruflich wie privat viel unterwegs, dann eignet sich für Sie ein Onlinekurs. Lassen Sie sich leicht ablenken oder wollen Sie sich nebenbei besser vernetzen, dann ist eine Fortbildung in Präsenz empfehlenswert.

Schritt 3: Zieldefinition

Bei der Wahl Ihrer Fortbildung sollten Sie sich im Klaren sein, was Sie mit dieser erreichen wollen. Benötigen Sie einen speziellen Abschluss, ein bestimmtes Zertifikat oder Bildungsniveau, um Ihre Ziele zu erreichen? Oder reicht Ihnen ein themenspezifisches Seminar?

Schritt 4: Aufwand einschätzen

Eine Frage, die häufig unterschätzt wird ist: Wie viel sind Sie in der Lage zu leisten? Besonders Aufstiegsfortbildungen verlangen viel Selbststudium und das über einen Zeitraum von häufig über zwei Jahren. Sollten Sie das (aktuell) nicht leisten können, ist es ratsam, zunächst eine kleinere Fortbildung zu wählen.

Wichtig: Auch wenn Sie aktuell nicht in der Lage für eine große Fortbildung sind, können Ihnen IHK-Zertifikatskurse und Seminare dabei helfen, sich auf Ihr großes Ziel vorzubereiten.

Schritt 5: Auswahl

Nun sollten Sie einen besseren Überblick zu Ihren beruflichen Fortbildungsmöglichkeiten haben, und es wäre nicht unüblich, wenn Sie jetzt mehr als nur einen Kurs vor sich haben. Schauen Sie sich die Kursinhalte genau an und entscheiden Sie sich dann für den, der am besten zu Ihren Karrierezielen passt.

Optional – Schritt 6: Beratung

Was tun, wenn nun mehrere Kurse verlockend klingen? Vielleicht sind Sie gelernte Kauffrau bzw. gelernter Kaufmann für Büromanagement und wissen nicht, ob Sie lieber Wirtschaftsfachwirt oder doch lieber Fachwirt für Büro- und Projektorganisation werden sollen. In diesen Fällen helfen Ihnen unsere Weiterbildungsmanagerinnen in einem kostenlosen Beratungsgespräch gerne weiter. Fragen Sie Ihren Termin einfach bei einer der angegebenen Kontaktpersonen Ihrer gewählten Kurse an.

Nice to know: Welche Fortbildung eignet sich für den Einstieg?

Welche Fortbildung den besten Einstieg für Ihre berufliche Karriere bildet, hängt stark von Ihren Zielen, Vorstellungen und Ihrer persönlichen Situation ab. Dennoch empfiehlt es sich für ambitionierte Fachkräfte, die auf der Suche nach einer ersten Weiterbildung sind, zunächst den Ausbilderschein zu machen.

Der Ausbilderschein ist ein starkes Karrieresignal an den Arbeitgeber, lebenslang gültig und ist die Voraussetzung für mehrere Aufstiegsfortbildungen, wie dem Personalfachkaufmann oder den verschiedenen Meister-Abschlüssen. Bei der ZAW Leipzig sagt man gerne: Wer aufsteigen oder Verantwortung übernehmen will, muss ausbilden können.

Welche Fortbildungen sind 2026 besonders gefragt?

Eine Fortbildung ist einer der lohnendsten Schritte für berufliche und finanzielle Sicherheit. Sie halten Ihr Wissen aktuell, arbeiten effizienter und machen sich zu einer gefragten Fachkraft. In Branchen mit Fachkräftemangel können Sie sich mit einer Fortbildung zu einem begehrten Spezialisten oder Experten entwickeln.

In diesen Branchen werden laut Bundesagentur für Arbeit besonders viele Spezialisten und Experten gesucht:

  • Elektro- und Automatisierungstechnik
  • Metallbau und Metallbearbeitung
  • Mechatronik
  • Energietechnik
  • Produktionsplanung und Steuerung

Auch im Bereich der Lagerlogistik soll es laut einer Studie des Instituts für Wirtschaft bis 2027 zu einem kritischen Fachkräftemangel kommen.

Währenddessen dreht sich in 2026 im Bereich der betrieblichen Fortbildung wieder viel um bekannte Trends der letzten Jahre: KI, Digitalisierung, aber auch Nachhaltigkeit und Resilienz machen weiterhin einen großen Qualifizierungsbedarf in Unternehmen aus.

Besonders KI stellt den Arbeits- und Fortbildungsmarkt aktuell auf den Kopf. Einstiegsjobs, besonders für Akademiker und Bachelor Professional, werden zunehmend von Künstlicher Intelligenz übernommen. Dadurch erlangt das Stichwort „Skills First“ eine größere Bedeutung. Besondere Potenziale bieten sich Ihnen, wenn Sie Erfahrung, Fähigkeiten und Skills in diesen Feldern besitzen:

Wenn Sie sich nun fragen, ob der Bachelor oder Master Professional ihre Wertigkeit verlieren, können Sie beruhigt bleiben. IHK-Fortbildungen sind weiterhin beliebt und geschätzt bei Unternehmen. Zudem bietet gute Bildung weiterhin die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit. So liegt die Arbeitslosenquote für Spezialisten und Experten in 2025 deutlich unter der Durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 6,3 % (ZDF und Agentur für Arbeit).

Vertiefende Inhalte zu den Trend-Themenfeldern finden Sie in unserem Magazin.

Ihre Möglichkeiten bei der ZAW Leipzig

Neben einer Vielzahl kaufmännischer Weiterbildungen umfasst das Angebot der ZAW Leipzig auch Fortbildungskurse für Branchen, in denen der Fachkräftemangel besonders ausgeprägt ist. Beispielsweise können sich Industriefachkräfte mit Spezialisierungskursen im Bereich der CNC-, SPS- und Automatisierungstechnik an modernste technologische Standards anpassen oder mit einer Weiterbildung zum Meister essenzielle Schlüsselpositionen im Unternehmen einnehmen.

Mit unseren Fortbildungen erhalten Sie:

  • einen hoch angesehenen IHK-Prüfungsabschluss zum Bachelor Professional oder Master Professional
  • ein bundesweit anerkanntes IHK-Zertifikat
  • eine gefragte Teilnahmebescheinigung

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09.03.2026

Techniker oder Meister? Die Weiterbildungen im Vergleich

Ausbildung geschafft und nun auf der Suche nach dem nächsten Karriereschritt? Oder wollen Sie mit einer Weiterbildung Ihre beruflichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen? Besonders im industriellen Gewerbe bieten sich Fachkräften vor allem zwei Möglichkeiten zur Weiterbildung: der staatlich geprüfte Techniker oder der Meister.

Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen den beiden Abschlüssen? Und welcher eignet sich besser für Sie? In diesem Magazin finden Sie die Antworten.

Staatlich geprüfter Techniker oder Meister? Was ist besser?

Die Wahl der Weiterbildung ist ein wichtiger Schritt für die berufliche Karriere, bei der sowohl die Inhalte als auch die Effizienz eine große Rolle spielen. Ein Beispiel soll das verdeutlichen:

Sie leben in einem Vorort von Leipzig und möchten gerne mobil sein. Dann haben Sie die Wahl zwischen dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), dem Auto oder dem Fahrrad. Ihnen ist Unabhängigkeit wichtig, weshalb Sie den ÖPNV ausschließen. Um zur Arbeit zu gelangen, müssen Sie über eine Bundesstraße ohne Fahrradweg fahren, die Option mit dem Fahrrad fällt also ebenfalls weg.

Natürlich könnte Ihre Wahl nun auf einen komfortablen City-SUV fallen, doch Sie wissen, dass Sie damit niemals einen Parkplatz bei Ihrer Arbeit bekommen würden. Deshalb entscheiden Sie sich lieber für einen effizienten Kleinwagen.

Ähnliche Entscheidungen müssen Sie auch bei der Wahl Ihrer Fortbildung klären. Bevor Sie jetzt also weiterlesen, beantworten Sie doch einmal kurz folgende Fragen für sich, um herauszufinden, wo Sie Ihre berufliche Zukunft sehen:

  • Welche beruflichen Ziele wollen Sie mit der Weiterbildung erreichen? Und was wollen Sie nicht erreichen?
  • Möchten Sie Ihr Wissen in Ihrem Fachgebiet erweitern und alle theoretischen Hintergründe bis ins Detail kennen?
  • Für wie lange sind Sie bereit, sich weiterzubilden?
  • Wie wichtig ist es für Sie, Teil des aktiven Tagesgeschäftes zu sein?
  • Welche Unterrichtsform ist Ihnen bei der Weiterbildung wichtig – Online oder Präsenz?

Jetzt, wo Sie wissen, was Sie mit Ihrer Weiterbildung erreichen wollen, können Sie loslegen, um die richtige Wahl zu treffen. Doch bevor wir mit dem Vergleich zwischen Meister- und Technikerabschluss starten, wollen wir kurz klären, was wir unter den beiden Begriffen verstehen.

Was ist ein staatlich geprüfter Techniker?

Staatlich geprüfte Techniker bzw. Technikerinnen übernehmen häufig die Optimierung von technisch effizienten Produktionsprozessen oder Anlagen. Dabei ist ihre Arbeit vor allem projektbasiert. Dennoch können Sie auch im Bereich Konstruktion, Fertigung und Instandhaltung technische Führungsaufgaben übernehmen.

Der Abschluss wird für viele Fachrichtungen im produzierenden und verarbeitenden Gewerbe, aber auch für Handwerksberufe angeboten und liegt auf Stufe 6 (Bachelor-Niveau) des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR).

Was ist ein Meister?

Meister und Meisterinnen sind die Brücke zwischen Geschäftsleitung und operativem Geschäft. Zu ihren Aufgaben gehören das Organisieren, Überwachen und Optimieren von Prozessen. Als Fachkräfte mit vertieftem Fachwissen werden Meister insbesondere als Team- oder Abteilungsleitung, Ausbilder sowie in den Bereichen Arbeitssicherheit und Qualitätssicherung eingesetzt.

Der Abschluss berechtigt zum Ausbilden und liegt ebenfalls auf Stufe 6 (Bachelor-Niveau) des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR).

Was sind die Unterschiede zwischen einem Techniker und einem Meister?

Die beiden Abschlüsse ähneln sich beim ersten Blick sehr. Doch was auf den ersten Blick ähnlich aussieht, unterscheidet sich in der Praxis deutlich. Die größten Unterschiede liegen dabei im vermittelten Wissen, den Kurspreisen, späteren Einsatzgebieten, der Dauer und der Verfügbarkeit der Weiterbildung.

Voraussetzungen

Ihre Weiterbildung steht und fällt mit Ihrer Eignung für den Kurs. Im Grunde besitzen beide Weiterbildungen die gleichen Zulassungsvoraussetzungen:

  • Eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung
  • Ein Jahr Berufserfahrung

Da der Techniker ein staatlicher Abschluss ist, kann es in einigen Bundesländern zu Unterschieden bei der Zulassung kommen. Außerdem benötigen Sie im Unterschied zum Meister keinen Ausbilderschein.

An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass berufsbegleitende Modelle gegenüber Vollzeit-Modellen davon profitieren, dass die Berufserfahrung auch während der Weiterbildung erworben werden kann. So können Sie Ihre Weiterbildung bereits nach der Ausbildung starten.

Weiterbildung

Die wahrscheinlich größten Unterschiede finden wir in den Weiterbildungen an sich. Beginnen wir beim Umfang der zwei Weiterbildungen.

Umfang

Während Meister nach zwei bis drei Jahren ihren Abschluss in der Tasche haben, dauern die meisten Techniker-Kurse vier Jahre. Das liegt vor allem daran, dass staatlich geprüfte Techniker und Technikerinnen wesentlich mehr und detaillierteres Theoriewissen vermittelt bekommen als Meister.

Deutlich wird das besonders bei Vollzeit Weiterbildungen. Der Industriemeister Metall, eine der komplexesten Meister-Weiterbildungen, dauert in Vollzeit gerade einmal 10 Monate. Äquivalente Weiterbildungen zum Techniker liegen hier bei etwa 24 Monaten, mehr als das Doppelte!

Dauer als Belastungsprobe?

Wer bereits eine berufsbegleitende Weiterbildung gemacht hat, weiß: Für einen erfolgreichen Abschluss benötigt es zum Weiterbildungsunterricht noch ein konsequentes Selbststudium. Da müssen einige andere Dinge auf der Strecke bleiben. Schon wenige Wochen mit begrenzter Freizeit und Ausgleich können zur Belastung werden. Überlegen Sie sich also, wie viel Sie hier leisten können.

Weiterbildungsinhalte: Wie tief wollen Sie gehen?

Wo liegt der Unterschied zwischen einer vierjährigen Weiterbildung im Vergleich zu einer zweijährigen? Die kurze und banale Antwort lautet: in der Tiefe des vermittelten Theoriewissens.

Und genau hier liegt der wahrscheinlich größte Unterschied der beiden Weiterbildungen. Als staatlich geprüfter Techniker erlangen Sie tiefreichendes und detailliertes Expertenwissen für Ihren Fachbereich. Der Fokus liegt auf Theorie, Verfahren und technischer Prozessoptimierung.

Im Vergleich ist die Meisterfortbildung deutlich breiter aufgestellt. Mit Fokus auf betriebswirtschaftliches Know-how, Personalführung und Ausbilderschein setzt die Weiterbildung auf praxisnahe Wissensvermittlung für einen Einsatz zwischen Produktion und Unternehmensorganisation.

Macher oder Denker?

Mittendrin und gemeinsam Veränderung schaffen oder lieber im Hintergrund mit kniffligen Aufgaben, die den Kopf glühen lassen? Die Entscheidung zwischen Meister und Techniker liegt nicht nur in der Dauer der Weiterbildung und der Tiefe der Inhalte. Sie ist auch eine Wahl zwischen nahbarer Praxis und Hidden Champion in der Entwicklung.

Kosten und Förderung

Hand aufs Herz, auch Sie werden bei Ihrer Wahl zwischen Techniker und Meister die Preise vergleichen. Und obwohl wir der Auffassung sind „gute Bildung hat einen gewissen Preis“, machen wir jetzt genau das: Preise vergleichen.

Wie viel kosten die Weiterbildungen?

Techniker- und Meisterkurse variieren im Preis, je nach Unterrichtsform und Durchführungsmodell. In der Regel gilt: Online ist günstiger als Präsenz und Vollzeit ist teurer als berufsbegleitend.

Einen Vergleich von Online und Präsenz Weiterbildung finden Sie in unserem Magazin. Mehr erfahren ›

Die Kosten für die Weiterbildungen liegen zwischen:

  • 5.000 und 9.000 € für den Meister und
  • 10.000 und 12.000 € für den Techniker

Gibt es Förderung für den Techniker und den Meister?

Die gute Nachricht: Sie können beide Weiterbildungen über das Aufstiegs-BAföG mit bis zu 75 % fördern lassen. Während für Techniker und Technikerinnen an der Stelle Schluss ist, dürfen sich Teilnehmer und Teilnehmerinnen eines Meisterkurses in den meisten Bundesländern noch über einen zusätzlichen Meisterbonus freuen. In Sachsen liegt dieser aktuell bei 2.000 €

Alles zur Weiterbildungsförderung finden Sie in unserem Magazin. Mehr erfahren ›

Unterm Strich stehen nach Abzug des Aufstiegs-BAföGs beim Techniker also Kurskosten von bis zu 3.000 €, während Meister mit zusätzlichen Meisterbonus gut und gerne mit einem kleinen Taschengeld nach Hause gehen.

Inwiefern sich der Aufpreis für mehr Fachwissen in ihrem Fall beim Techniker lohnt, müssen Sie selbst entscheiden.

Verfügbarkeit der Weiterbildung

Ein Punkt, der oft unterschätzt wird, ist das Angebot selbst. Der Techniker ist davon besonders betroffen, denn nur wenige Schulen bieten die Weiterbildung in Deutschland an.

Insbesondere wenn Sie einen Präsenzkurs absolvieren möchten, müssen Sie sich auf lange Fahrzeiten einstellen oder im Falle einer Vollzeitweiterbildung sogar einen Umzug in Betracht ziehen. Beispielsweise findet man auf fortbildung24 in allen neuen Bundesländern keinen Anbieter für den Techniker Elektrotechnik in Präsenz.

Der Meister bietet hier deutlich mehr Flexibilität. Allein an der ZAW Leipzig bieten wir beispielsweise für den Industriemeister Metall vier Varianten an:

  • Präsenz berufsbegleitend
  • Präsenz Vollzeit
  • Online berufsbegleitend
  • Online Vollzeit

Prüfung

Als staatlicher Kurs schließt die Weiterbildung zum Techniker mit einer staatlichen Prüfung ab. Diese besteht auf vier Teilprüfungen sowie einer Projektarbeit mit Kolloquium.

Die IHK-Prüfung für Meister besteht aus zwei Teilen: Basisqualifikation und handlungsspezifische Qualifikation. Die Basisqualifikation ist für alle Meister gleich und endet mit einer Zwischenprüfung aus fünf Teilprüfungen. Der handlungsspezifische Teil variiert je nach Fachrichtung. Für die Abschlussprüfung müssen zwei schriftliche Teilprüfungen in Technik und Organisation sowie ein Fachgespräch zu Führung und Personal bestanden werden.

Welche Gehaltsunterschiede gibt es zwischen Technikern und Meistern?

Aufgrund der fachlichen Qualifikation und des vorrangigen Einsatzes in Projekten, Entwicklung und Optimierung werden Techniker in der Regel leicht besser bezahlt als Meister (FAZ).

Auf der Seite des Meisters stehen wegen der kürzeren Weiterbildungszeit hingegen zwei Jahre mehr Berufserfahrung. Besser gesagt zwei Jahre mit mehr Gehalt oder zwei Jahre, in denen sich ambitionierte Meister mit weiteren Qualifikationen, beispielsweise zum Technischen Betriebswirt, zusätzliche Karriere- und Gehaltsvorteile sichern können.

Zusammenfassung

Industriemeister/ FachmeisterStaatlich geprüfter Techniker
ZugangsvoraussetzungenAbgeschlossene Berufsausbildung und BerufserfahrungAbgeschlossene Berufsausbildung und mehrjährige Berufserfahrung
DauerBis zu 1 Vollzeit oder ca. 2 Jahre berufsbegleitendCa. 2 Jahre Vollzeit oder bis zu 4 Jahre berufsbegleitend
AbschlussniveauDQR-Niveau 6 (Bachelor-Ebene)DQR-Niveau 6 (Bachelor-Ebene)
InhaltePraxisorientierte Führung, Unternehmensorganisation, betriebswirtschaftliches Wissen, Personalmanagement, AusbilderscheinTechnische Planung, Konstruktion, Projektmanagement
AufgabenPersonalführung, Produktionsorganisation, AusbilderscheinEntwicklung, Prozessoptimierung, technisches Projektmanagement
BerechtigungenAusbildung
Kosten5.000 bis 9.000 €Häufig über 10.000 €
FörderungAufstiegs-BAföG
Meister Bonus
Aufstiegs-BAföG
VerfügbarkeitGroßes Angebot an Präsenz, Online und Vollzeit KursenBeschränktes Angebot vor allem bei Präsenz und Vollzeit Kursen

Meister oder Techniker: Was lohnt sich für wen?

Und? Welche Weiterbildung passt besser zu Ihren Bedürfnissen?

Schaut man genauer hin, sind die Unterschiede zwischen den beiden Abschlüssen trotz inhaltlicher Differenzen kleiner, als man zunächst denkt. Als Meister können Sie problemlos in Bereichen wie der technischen Prozessoptimierung arbeiten genauso, wie ein Techniker in der Ausbildung tätig sein kann.

Trotzdem haben wir eine klare Empfehlung, wenn es darum geht, welche Weiterbildung sich wirklich lohnt:

Für 99 % der Facharbeiterinnen und Facharbeiter ist der Meister die bessere Wahl.

Warum? Ganz einfach:

  • Die Weiterbildung ist kürzer.
  • Sie ist deutlich kostengünstiger.
  • Sie orientiert sich stärker an der betrieblichen Praxis.
  • Und sie eröffnet Ihnen nahezu die gleichen beruflichen Möglichkeiten wie der Techniker.

Darum sollten Sie aus unserer Sicht nur dann staatlich geprüfter Techniker werden, wenn Sie ganz genau wissen, dass Sie eine Karriere in einem Aufgabenfeld anstreben, in dem besonders tiefgehendes Fachwissen gefragt ist.

Für weitere Informationen zu den Meisterabschlüssen besuchen Sie unsere Kursübersicht, unser Magazin oder kontaktieren Sie unsere Weiterbildungsmanagerin.

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Nadine Ahlendorf

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09.03.2026

Personalentwicklung im Human Resources Management

Der Arbeitsmarkt befindet sich im stetigen Wandel. Während früher vor allem Nachwuchskräfte für Einstiegspositionen gesucht wurden, fehlen heute zunehmend erfahrene Fachkräfte und Spezialisten. Gründe dafür liegen unter anderem in beruflichen Neuorientierungen, frühen Renteneintritten und dem demografischen Wandel. Für Unternehmen stellt sich damit verstärkt die Frage: Wie erkenne ich Talente für vakante Positionen? Welche Möglichkeiten der Mitarbeiterentwicklung gibt es? Und wie gelingt es, Mitarbeitende langfristig an das Unternehmen zu binden?

Eine wirkungsvolle Personalentwicklung liefert die Antworten. Sie richtet den Blick sowohl auf strukturelle Veränderungen als auch auf individuelle Potenziale und integriert frühzeitig gezielte Fördermaßnahmen in die Personalstrategie.

Was ist Personalentwicklung?

Die Personalentwicklung, bzw. Mitarbeiterentwicklung umfasst sämtliche Maßnahmen, die Mitarbeitende fachlich und persönlich stärken, ihre Kompetenzen erweitern und ihre Bindung an das Unternehmen fördern. Sie richtet sich grundsätzlich an die gesamte Belegschaft, unabhängig von Funktionen oder Hierarchieebenen.

Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie können Mitarbeitende so begleitet werden, dass sie ihre Rolle bestmöglich ausfüllen und zukünftige Anforderungen erfolgreich bewältigen können?

Was unterscheidet Personalentwicklung vom Talentmanagement?

Während die Personalentwicklung das gesamte Personal im Blick hat, setzt das Talentmanagement deutlich früher an: bereits in der Bewerbungsphase. Hier geht es darum, Potenzialträger frühzeitig zu identifizieren und gezielt auf Schlüsselpositionen vorzubereiten, beispielsweise auf Fach- und Führungsrollen.

Damit ergänzen sich Personalentwicklung und Talentmanagement und bilden gemeinsam die Grundlage für nachhaltige Personalstrategien.

Welche Möglichkeiten der Mitarbeiterwicklung gibt es?

Maßnahmen der Personalentwicklung können auf das gesamte Unternehmen, einzelne Teams oder spezifische Mitarbeitende ausgerichtet sein. Zu den zentralen Instrumenten gehören:

1. Fort- und Weiterbildung

Gezielte fachliche Weiterentwicklung von Aufstiegsfortbildungen über Spezialisierungen bis hin zum Ausbau aktueller Kompetenzen, etwa in Bereichen wie Buchhaltung, Führung oder Künstliche Intelligenz.

2. Coaching und Mentoring

Individuelle Begleitung bei der Vorbereitung auf Führungsaufgaben, Rollenwechsel oder persönliche Entwicklungsziele. Coaching stärkt Kompetenzen gezielt, während Mentoring praxisnah und erfahrungsbasiert unterstützt.

3. Karriere- und Laufbahnplanung

Hierbei entwickeln Mitarbeitende gemeinsam mit HR oder Führungskräften einen klaren Entwicklungsplan, der Ziele definiert und passende Maßnahmen festlegt.

4. Maßnahmen zur Stärkung von Unternehmenskultur und Gesundheit

Moderne Personalentwicklung umfasst auch Angebote, die ein inklusives, gesundheitsorientiertes und nachhaltiges Arbeitsumfeld fördern. Etwa Workshops zu unbewusster Diskriminierung, Ernährung, Diversity oder mentaler Gesundheit.

Wie entsteht ein Weiterentwicklungsplan? – Erklärt in drei Schritten

Eine strukturierte und transparente Planung ist essenziell, um Entwicklung nachhaltig zu gestalten:

  1. Analyse der Ausgangssituation: Erhebung der aktuellen Kompetenzen, Ziele und Rahmenbedingungen.
  2. Zieldefinition: Gemeinsames Festlegen realistischer, messbarer Entwicklungsziele.
  3. Maßnahmenplanung: Auswahl geeigneter Schritte wie Trainings, Coachings oder Mentoring.

Welche Aufgaben hat ein Personalentwickler/ eine Personalentwicklerin?

Personalentwicklerinnen und Personalentwickler sind Expertinnen für Planung, Umsetzung und Evaluation von Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Mitarbeitenden. Sie können in verschiedenen Bereichen des Human Ressource Management tätig sein, etwa als:

  • People Lead: Durchführung von Weiterentwicklungsgesprächen und Begleitung individueller Entwicklungsprozesse.
  • Talent Relationship Manager: Betreuung von Schlüsselpersonen und talentierten Bewerbenden, Organisation von Coachings und Vorbereitung auf verantwortungsvolle Positionen.

Darüber hinaus gestalten Personalentwicklerinnen und Personalentwickler zunehmend strategische Entwicklungsprozesse, steuern Maßnahmen systematisch und sorgen für unternehmensweite Wirksamkeit durch klare Ziele und kontinuierliches Controlling.

Personalentwickler (IHK)

Jetzt die Arbeitswelt von morgen mitgestalten!

Warum sollten Unternehmen in Personalentwicklung investieren?

Eine zukunftsorientierte Personalentwicklung eröffnet Unternehmen die Möglichkeit, Potenziale frühzeitig zu erkennen, Mitarbeitende gezielt zu fördern und ihnen klare Entwicklungswege aufzuzeigen. Dadurch entsteht nicht nur eine höhere Zufriedenheit innerhalb der Belegschaft, sondern auch eine langfristige Bindung an das Unternehmen. Wer in die Qualifizierung seiner Mitarbeitenden investiert, stärkt nachhaltig die eigene Wettbewerbsfähigkeit und schafft ein Arbeitsumfeld, in dem Wachstum und Weiterentwicklung aktiv gelebt werden.

Wenn Sie Personalentwicklung in Ihrem Unternehmen professionell aufstellen möchten, bietet Ihnen der Lehrgang zum „Personalentwickler (IHK)“, bzw. zur „Personalentwicklerin (IHK)“ das notwendige Fachwissen von der Analyse der Ausgangssituation über die Planung wirksamer Maßnahmen bis hin zur strategischen Ausrichtung eines modernen Entwicklungsmanagements.

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18.02.2026

Open Badges – Ein digitales IHK Zertifikat für Ihre Weiterbildung

Ihr Wissen und Ihre Fähigkeiten auf einen Blick sichtbar machen – Open Badges machen genau das möglich. Im Zuge des HR‑Trends „Skills First“ rücken Kompetenzen stärker denn je in den Mittelpunkt von Recruiting‑Entscheidungen. Gerade bei Bewerbungen über Plattformen wie LinkedIn & Co. wird es immer wichtiger, relevante Fähigkeiten transparent darzustellen.

Digitale IHK‑Badges bieten dafür eine ideale Grundlage: Sie zeigen Ihre nachweisbaren Skills in einem modernen und leicht teilbaren Format. Wir erklären Ihnen, wie Sie zu Ihrem digitalen Badge kommen und wo Sie es wirkungsvoll einsetzen können.

Was ist ein Open Badge?

Open Badges sind Ihr digitales Abzeichen für Zeugnisse, Zertifikate und Abschlüsse. Sie dienen dazu, Ihr Wissen und Ihre Fähigkeiten schnell und einfach sichtbar zu machen. Bei der ZAW Leipzig erhalten Sie zu allen bundeseinheitlichen IHK-Zertifikaten ein digitales Badge.

Beispiel eines Open Badges für ein IHK Zertifikat

Badges wurden von der Mozilla Foundation und der MacArthur Foundation entwickelt. Sie werden häufig von Bildungsträgern ausgegeben und von den Ausgebern individuell ausgewertet. Die Badges der ZAW Leipzig werden über die IHK zu Leipzig ausgestellt.

Wie haben sich Open Badges entwickelt?

Seit der Einführung der Open Badges durch die Mozilla Foundation und die MacArthur Foundation im Jahr 2011 hat sich der Standard für digitale Zertifikate kontinuierlich weiterentwickelt. Bereits zwei Jahre später erschien die erste Version des Standards, die anschließend in zahlreichen Bildungs- und Weiterbildungsinstitutionen Verbreitung fand. Über Projekte wie die European Open Badge Platform (EU‑OBP) wurde die Etablierung in den europäischen Mitgliedsstaaten weiter vorangetrieben. Mittlerweile liegt der Standard in seiner zweiten Version vor und hat sich international durchgesetzt.

Auch die IHK hat den Mehrwert digitaler Kompetenznachweise früh erkannt: Heute werden für einen Großteil der Bildungsangebote digitale Abzeichen vergeben, mit dem Ziel, das Portfolio perspektivisch auf alle Abschlüsse auszuweiten. Ein besonders sichtbarer Meilenstein war die Einführung der Badges für die besten Azubis des Jahres.

Ein Ausblick zu IHK-Badges

Mit Stand November 2025 wurden bereits über 22.700 digitale Badges von regionalen Industrie‑ und Handelskammern vergeben. Dieser Trend zeigt deutlich, dass digitale Abzeichen weiter an Bedeutung gewinnen. Immer mehr Landesverbände bauen ihr Badge‑Portfolio aus und entwickeln neue Formate, etwa für Jahrgangs- und Landesbeste, für Trainertätigkeiten oder für besondere Qualifikationsprofile.

Auch im Jahr 2026 wird die Entwicklung konsequent fortgesetzt: Neue Badge‑Kategorien sind in Planung, um Lernleistungen, Engagement und Weiterbildungserfolge noch sichtbarer zu machen und digitale Qualifikationsnachweise im gesamten IHK‑Netzwerk weiter zu stärken.

Welchen Zweck erfüllen digitale Badges?

Mit einem digitalen Badge können Sie Ihre Abschlüsse schnell und einfach auf Ihren Social-Media-Profilen wie LinkedIn und Xing sichtbar machen. Die Open Badges erhöhen dabei nicht nur Ihre Reichweite, sondern machen Sie auch einfacher sichtbar für Recruiterinnen und Recruiter.

Ein weiterer Vorteil liegt im Gamification-Aspekt: Open Badges regen zum Sammeln an und steigern als Belohnung von Lernfortschritten die Motivation der Teilnehmenden.

Hier können Sie Ihr Badge einbinden:

  • Social Media
  • E-Mail-Signatur
  • Visitenkarte
  • Bewerbungsunterlagen

Wie erhalte ich ein Open Badge?

Für den Erhalt eines digitalen Badges müssen Sie bei der ZAW Leipzig eine Weiterbildung mit bundeseinheitlichem IHK-Zertifikat erfolgreich abschließen oder in der Vergangenheit erfolgreich abgeschlossen haben. Sie wissen nicht, ob Sie für Ihren gewählten oder absolvierten Kurs ein Open Badge erhalten können? Die Informationen finden Sie auf den jeweiligen Kursseiten oder Sie kontaktieren eine unserer Kursmanagerinnen.

Nach erfolgreichem Kursabschluss werden die Open Badges für alle bundeseinheitlichen IHK-Zertifikatskurse der ZAW Leipzig kostenlos per E-Mail an Sie verteilt.

Beispiel, wie ein Open Badge aussehen kann.

Wie können Unternehmen Open Badges für sich nutzen?

Nicht nur die IHK und andere Bildungseinrichtungen verwenden Open Badges. Durch die Open-Source-Verfügbarkeit kann theoretisch jeder sein eigenes digitales Zertifikat erstellen. Die digitalen Zertifikate können dabei individuell an das eigene Corporate Design angepasst werden.

Für Unternehmen bieten sich nun mehrere Möglichkeiten, wie sie Open Badges verteilen können.

Auszeichnen von Leistungen in der Ausbildung und betrieblichen Alltag

  • Beste(r) Azubi des Jahres
  • Mitarbeiter des Monats/ Jahres
  • Betriebsjubiläum

Auszeichnungen für neue Stellen/ Aufgaben

  • Aufstieg zum Meister
  • Aufstieg zum Bereichsleiter

Erweiterung des Handlungsportfolios im Bereich Controlling

Auszeichnen von
Core-Assets

  • Besonders kundenfreundlich
  • Führungsqualitäten
  • Konzeptionelle Fähigkeiten

Unternehmen können sich für ihre Badges eigene Benchmarks setzen, um die Aussagekraft der Badges zu erhöhen und ihren Mitarbeitenden gleichzeitig Wertschätzung entgegenzubringen. Indem sie die Gültigkeit der Badges begrenzen, sorgen sie zudem für konstante Motivation und den Anreiz zum lebenslangen Lernen.

Wie können Unternehmen digitale Zertifikate für die Ausbildung verwenden?

Stellen Sie sich die Ausbildung wie ein Videospiel vor. Die Abschlussprüfung ist der „Endgegner“, womit das Spiel abschließt. Um dahin zu gelangen, müssen verschiedene Missionen (Ausbildungsabschnitte) absolviert werden, die wiederum Untermissionen (Inhalte der Ausbildungsabschnitte) enthalten. Unternehmen können nun jede dieser Missionen mit einem separaten Badge belegen und diese, wenn sie wollen, in verschiedene Wertigkeiten aufteilen (Bronze, Silber, Gold, Platin, Diamant).

Ab hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Unternehmen können Spezial-Badges verteilen, wenn eine bestimmte Anzahl an Missionen/ Untermissionen mit einem bestimmten Rang abgeschlossen wurde, für Serien (z.B. 3x Platin in Folge), für besondere Leistungssteigerung (z.B. von Bronze auf Diamant innerhalb einer Mission gesteigert) etc.

So könnten Open Badges im Bezug auf Gamification entwickelt werden:

AusbildungReferenz zu einem SpielBadge Name
AbschlussprüfungAbschluss der Hauptmission/ des SpielsBadge für Ausbildungsabschluss
AusbildungsabschnittMissionenBadge für Ausbildungsabschnitt
AusbildungsinhaltUntermissionBadge für Ausbildungsinhalt
Badge für besondere Leistung
Badge für Erfolgsserie
Zusatzqualifikation/ NachhilfeOptionale NebenmissionZusatz-Badge

Unternehmen haben die Möglichkeit, notwendige Nachhilfeprogramme positiver zu verpacken, indem diese als optionale Zusatz-Badges angeboten werden, beispielsweise für technische Mathematik. Dieser positive Ansatz kann zu mehr Motivation am Lernen führen und Frust gegenüber den Leistungen anderer abbauen.

Vorteile durch Open Badges:

  • Wertschätzung für besondere Leistungen
  • Durch Gamification mehr Anreiz zu größeren Leistungen
  • Mitarbeitende können sich gegenseitig vergleichen und anspornen
  • Anreiz für neue Mitarbeitende
  • Vergabe zu Firmenevents als Außendarstellung

Positives Beispiel der IHK

Im Dezember 2023 ehrte die DIHK zum ersten Mal die besten Azubis des Jahres auch mit einem digitalen Badge, welches sie auf ihren Business- und Social-Media-Kanälen einbinden können. Die DIHK legt somit den Grundstein für ein Umdenken in zukünftigen Bewerbungsprozessen.

Werden Open Badges die Revolution im Bereich der Bewerbung sein?

Bei der modernen Personalplanung achten Recruiterinnen und Recruiter immer mehr auf Lebensläufe, Kernkompetenzen und Core Assets. Moderne Bewerbungsmethoden, beispielsweise über LinkedIn, bieten erste Möglichkeiten, seine Fähigkeiten stichpunktartig aufzulisten.

Open Badges setzen an diesem Punkt an und gehen noch einen Schritt weiter. Sie validieren die Echtheit der erworbenen Fähigkeiten und machen sie visuell schneller greifbar. Zudem bieten sie eine Alternative zu klassischen Referenzschreiben. Diese werden in der Regel erst nach Einreichen einer Kündigung ausgestellt. Mit Zertifikaten, die zyklusgebunden vergeben werden, wären diese Informationen stets aktuell und würden den Bewerbungsprozess für Arbeitssuchende sowie für Recruiterinnen und Recruiter erleichtern.

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