Welche Ausbildung passt zu mir? – Traumberuf finden
Praktikum, Ferienjob, Berufsberatung – und dennoch ist die Antwort vieler Schülerinnen und Schüler auf die Frage, „Was willst du mal werden?“ gleich: „Ich weiß es nicht…“ Unsere Leiterin für Berufsorientierung, Katrin Storch, kennt dieses Problem. Deswegen hat sie ihre besten Tipps zusammengetragen, Kollegen befragt und diesen Ratgeber verfasst, damit du deinen Traumberuf findest.
Inhaltsverzeichnis
Was ist eine Ausbildung?
Eine Ausbildung dient dazu, einen speziellen Beruf in einem Unternehmen zu erlernen. Die Ausbildung besteht aus einem intensiven und strukturierten Mix aus praktischen und Theoretischen Unterricht, der Bundeseinheitlich geregelt ist.
Viele Unternehmen setzen für die Praktische Ausbildung auf Lehrwerkstätten oder die Verbundausbildung, bevor die Azubis in den regulären Produktionsablauf, bzw. Arbeitsalltag, integriert werden.

Welche Berufe sind aktuell am meisten gefragt?
Der eigene Job sollte einem Spaß machen – klar. Doch bei der Entscheidung sollte auch die Zukunft eine nicht außer Acht zu lassende Rolle spielen.
Deswegen haben wir bei unseren Praxisberaterinnen und Praxisberatern der Berufsorientierung nachgefragt. Sie stehen im täglichen Kontakt mit Unternehmen sowie Schülerinnen und Schülern an 21 Oberschulen in Leipzig. Sie kennen den Markt sowie die Berufswünsche der Jugendlichen Bestens.
Welche Berufe sind bei Unternehmen aktuell gefragt?
Wo vor 10 bis 20 Jahren noch händeringend Ingenieure oder MINT-Berufe gesucht wurden, braucht es heute vor allem Handwerker, Pflegefachkräfte und Medizinisches Personal. Das zeigt nicht nur die aktuelle Arbeitslosenstatistik, sondern empfehlen auch unsere Kolleginnen und Kollegen aus der Praxisberatung.
- Pflegeberufe
- Handwerksberufe
- Medizinische / Gesundheits- / Sozialberufe
- Industrieberufe
Welche Berufe liegen bei Schülerinnen und Schülern im Trend?
Werden künftige Generationen diesen Bedürfnissen gerecht? Unsere Befragung zeigt, das klassische Berufswünsche von Jugendlichen, wie Erzieher, KFZ-Mechatroniker oder Arzt nach wie vor am beliebtesten sind.
- KFZ-Mechatroniker/ KFZ-Mechatronikerin
- Erzieher/ Erzieherin
- Pflege
- Polizei
- Arzt / Ärztin
- Industrie
Anlaufstellen für die Berufsorientierung – Unsere Empfehlungen
Ein Großteil der Schülerinnen und Schüler hat jedoch noch keinen richtigen Plan, wo es mal hingehen soll. Unsere Praxisberaterinnen und Praxisberater empfehlen deswegen sich zunächst Zeit zu nehmen und sich einen guten Überblick zu verschaffen
Den erhält man am besten, indem man sich breit informiert und sich selbst kennt. Selbsttest, wie 16Personalities geben da einen guten Einstieg, um die eigenen Persönlichkeitseigenschaften zu identifizieren, die sich später auch in der Bewerbung gut einbinden lassen.
Checks
- Berufstest der Agentur für Arbeit
- Einer von den andern gefühlt hunderten Berufstests
- 16Personalities
Berufsorientierung und Beratungsangebote
- Beratungsangebote der Schule (z.B. Praxisberater)
- Berufsberatung der Agentur für Arbeit
Eltern und Verwandte
- Tausche dich mit verschiedenen Leuten zu ihren Berufen und Ausbildungen aus
Ausprobieren
- Praktika während der Schulzeit oder in den Ferien
- Boys Day und Girls Day
- Ferienjob
- Spezialveranstaltungen – z.B. Bundespolizei
- Schau Rein!
- Nacht der Ausbildung
Messen
- Aktionstag Lehrstellen
- Jobmesse Leipzig
- Handwerk Live
- Stuzubi Leipzig
- Karrieretag Leipzig
- Vocatium Leipzig
- Berufsorientierungsmesse der Helmholtzschule
- Tag des Handwerks
- Azubi und Studientage Leipzig
- Jobmesse Leipzig (Kongresshalle Zoo)
In 8 Schritten zum Traumberuf
Viele Unternehmen beginnen bereits im August des Vorjahres mit der Azubi-Suche und setzen dabei auf kurze Bewerbungsfristen. Deshalb empfehlen wir, schon im vorherigen Schuljahr mit den Vorbereitungen für eure Bewerbungen zu starten.
1. Überblick Verschaffen – Welche Ausbildungsberufe gibt es?
Laut BIBB gibt es in Deutschland aktuell 324 anerkannte Berufsausbildungen. Du denkst du kennst dich gut aus? Kennst du dann auch diese beiden Exoten: Böttcher, Figurenkeramformer?
2. Welcher Beruf passt zu mir? – Ausprobieren im Praktikum
Ob in der Schule oder in den Ferien, wer seinen Traumberuf finden will, sollte so viel Testen, wie möglich.
3. Eine Auswahl treffen und einen Plan B haben
Wähle unter deinen Favoriten, deine Nummer eins. Der Rest wird dein Plan B.
4. Bewerbungsunterlagen vorbereiten
Lebenslauf und ein allgemeines Motivationsschreiben, warum du deinen Traumberuf ausüben möchtest und warum du genau die Richtige Person für eine Ausbildungsstelle bist.
5. Passende Betriebe finden
Im Internet oder auf Messen. Informiere dich umfassend über deine Möglichkeiten.
Gut zu wissen: Nimm deine Bewerbungsunterlagen mit auf Messen. Viele Unternehmen nehmen auch hier Bewerbungen persönlich an.
6. Bewerben
Passe deine Unterlagen ggf. noch einmal auf das jeweilige Unternehmen an, um deine Chancen zu erhöhen. Achte besonders auf Vollständigkeit deiner Bewerbung. Versuche dein Glück auch gleich bei deinem Plan B, damit du direkte alternativen zur Auswahl hast.
7. Überzeugen – Das Bewerbungsgespräch
Jetzt geht es um alles. Zeige, dass du die richtige Person für den Ausbildungsplatz bist, bleib dabei aber immer du selbst. Wichtig ist, dass deine Motivation für den Beruf sichtbar wird.
8. Annahme – Erfolg feiern
Ausbildung lohnt sich
Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung will jeder fünfte nach der Schule erstmal lieber Geld verdienen, anstatt eine Ausbildung zu machen. Bei Personen mit niedrigem Bildungsstand ist es sogar jeder vierte. Eine Entscheidung, die mit einem hohen Risiko einhergeht, denn die Arbeitslosigkeit unter Personen ohne Ausbildung war zuletzt etwa sechsmal höher als bei Personen mit Berufsabschluss (Stand 2025).
Konkret heißt das, dass bei Personen ohne Berufsabschluss etwa jede fünfte Person arbeitslos ist, während es bei Personen mit Berufsausbildung nur etwa eine von 40 Personen ist.
Gründe für eine Ausbildung anstelle ungelernter Tätigkeiten
- Nach der Ausbildung spürbar besseres Gehalt
- Eigenständige und sinnstiftende Tätigkeit
- Deutlich geringeres Risiko für Arbeitslosigkeit
- Bessere Aussichten auf dem Arbeitsmarkt bei Jobwechsel
- Ermöglicht Aufstiegsmöglichkeiten durch Weiterbildungen
Bewerbung als Hürde? – So geht’s besser
Besonders der Bewerbungsprozess wird in der Studie als Grund gegen eine Ausbildung genannt, dabei kann heutzutage jeder eine professionelle Bewerbung schreiben. Vom Design zur textlichen Überarbeitung: Tools wie Canva oder ChatGPT machen Bewerbungen zum Kinderspiel. In unserem Magazin zeigen wir dir, wie du in nur wenigen Schritten zur perfekten Bewerbung kommst.
Was mache ich, wenn es mit dem Traumberuf nicht klappt? – Ausbildung: Mehr als ein Plan B
Was machen, wenn es mit dem Traumberuf nicht klappt? Viele Jugendliche haben darauf keine Antwort, sagt unsere Leiterin der Berufsorientierung Kathrin Storch. Hinzu kommt, dass laut OECD bei 1/5 der Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 Jahren Berufswunsch und Qualifikationsweg nicht zusammenpassen. Sie wollen beispielsweise Arzt werden, streben aber nur einen Realschulabschluss an.
Deswegen stellen wir hier ein paar alternative Karrierewege nach der Schule dar.
| Lehrer | Ausbilder |
|---|---|
| 2 Jahre Abi | 2 bis 3,5 Jahre Ausbildung nach Wahl |
| Ca. 6,5 Jahre Studium und Referendariat | 2 Vollzeit Wochen Ausbilderschein |
| Dauer insgesamt 8,5 Jahre | Dauer Insgesamt max. 4 Jahre |
| Informatik – IT | SPS-Fachkraft |
|---|---|
| 2 Jahre Abi | 3,5 Jahre Ausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik |
| Ca. 3 Jahre Studium | Ca. 2 Monate Weiterbildung in SPS-Technik |
| Gesamtdauer ca. 5 Jahre | Gesamtdauer 4 Jahre |
| BWL | Wirtschaftsfachwirt |
|---|---|
| 2 Jahre Abi | 3,5 Jahre Ausbildung mit Wirtschaftlicher Vertiefung (z.B. Industriekaufmann/ -frau) |
| Ca. 3 Jahre Studium | 1,5 Jahre oder 3 Monate Weiterbildung |
| Gesamtdauer ca. 5 Jahre | Gesamtdauer 4 Jahre |
| Soziale Arbeit | Geprüfter Aus- und Weiterbildungspädagoge |
|---|---|
| 2 Jahre Abi | 3,5 Jahre Ausbildung nach Wahl |
| Ca. 3 Jahre Studium | 1,5 Jahre (Berufsbegleitend) oder3 Monate (Vollzeit) Weiterbildung |
| Gesamtdauer ca. 5 Jahre | Gesamtdauer 4 bis 5 Jahre |
Einen größeren Exkurs zu dem Thema findest du in unserem Vergleich von Ausbildung und Studium. Mehr erfahren ›
Häufigste Fragen zum Berufsstart
Als ZAW Leipzig beraten wir mit unseren Praxisberaterinnen und Praxisberatern Schülerinnen und Schüler an über 21 Schulen direkt zur beruflichen Zukunft. Wir haben sie gefragt: Was sind die häufigsten Fragen, die ihr gestellt bekommt?
Top drei der häufigsten Fragen von Schülerinnen und Schüler an unsere Praxisberaterinnen und Praxisberater
Wie finde ich ein Praktikum?
Recherche, aktiv nachfragen und Angebote nutzen.
Nutze Praktikumsdatenbanken (z. B. Stadt Leipzig), besuche Messen oder sprich Betriebe direkt an. Je früher du suchst, desto besser (ideal: 6–9 Monate vorher).
Ich weiß nicht, was ich später werden möchte – was soll ich tun?
Das ist völlig normal – orientiere dich Schritt für Schritt.
Sammle Erfahrungen (Praktika, Messen, Gespräche), probiere Dinge aus und informiere dich über Berufe. So lernst du dich selbst und deine Interessen besser kennen.
Wie bewerbe ich mich richtig für ein Praktikum oder eine Ausbildung?
Mit vollständigen und gut vorbereiteten Unterlagen.
Wichtig sind Lebenslauf, Anschreiben und Zeugnis. Persönliche Vorstellung vor Ort wirkt besonders gut – alternativ per E-Mail oder telefonisch.
Welche Berufe bieten die besten Arbeitsbedingungen?
Es gibt natürlich nicht den Beruf mit den „besten Arbeitsbedingungen“. Das hängt zum einen von eignen Präferenzen ab und vom Arbeitgeber. Dennoch stechen ein paar hervor
IT-Berufe
Vorteile:
- Gute Gehälter
- Flexible Arbeitszeiten
- Hohe Nachfrage an Spezialisten
Nachteile:
- Besonders in kleinen Unternehmen häufig auf sich selbst gestellt
- Vorwiegend sitzende Tätigkeit
- KI fordert neue Anforderungen
Öffentlicher Dienst
Vorteile:
- Sehr große Jobsicherheit
- Geregelte Arbeitszeiten
- Gutes Gehalt
Nachteile:
- Hierarchiesystem
- Bürokratie
Handwerk
Vorteile:
- Steigende Nachfrage
- Gute Verdienstmöglichkeiten bei Selbstständigkeit
- Relativ viel Autonomie
Nachteile:
- Häufig Spezialisierung nötig
- Körperlich anstrengender als Bürojob
Industrie
Vorteile:
- 35 Stunden Woche bei einigen Tarifverträgen
- Gute Schichtzuschläge
- Häufig mehr als 30 Tage Urlaub
Nachteile:
- Häufig Schichtarbeit
- Körperliche Belastung
Welche Begriffe sollte ich vor meiner Bewerbung kennen?
2-jährige Ausbildung
Eine kürzere Ausbildung mit starkem Praxisbezug. Sie vermittelt grundlegende Kenntnisse für bestimmte Tätigkeiten und ermöglicht einen schnellen Einstieg ins Berufsleben.
3-jährige/ 3,5-jährige Ausbildung
Diese Ausbildung ist umfangreicher und vermittelt vertieftes Fachwissen sowie mehr Verantwortung. Sie bietet in der Regel bessere Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten.
DQR – Deutscher Qualifikationsrahmen
Ist der Indikator dafür, welches Bildungsniveau mit einem bestimmten Abschluss erreicht wird.

Motivationsschreiben
Beschreibt die persönliche Motivation, warum man genau eine bestimmte Ausbildung machen möchte und was die Ziele dabei sind.
Fokus: Ausbildung
Bewerbungsschreiben
Beinhaltet, warum man der perfekte Kandidat für eine bestimmte ausgeschriebene Stelle ist und warum die Qualifikation zu einer Stelle passt.
Fokus: eigener Mehrwert für das Unternehmen
Assessment Center
Ein Assessment Center ist ein Auswahlverfahren von Unternehmen, um Bewerber genauer zu prüfen. Es findet in der Regel an einem oder mehreren Tagen statt und besteht beispielsweise aus individuellen Tests und Gruppenarbeiten. Dabei wird unter anderem die Teamfähigkeit, kognitive oder fachliche Fähigkeiten gemessen.
Bewerbungsfristen
Vor allem große Unternehmen haben strikte Bewerbungsfristen, die häufig über neun Monate vor dem eigentlichen Ausbildungsbeginn liegen. Das liegt an den umfangreichen Einstellungsverfahren, die teilweise sogar ein Assessment Center beinhalten.
Kleinere Betriebe stellen teilweise noch bis kurz vor Ausbildungsbeginn ein. Wir empfehlen wir jedoch nicht, so lange mit der Bewerbung für eine Ausbildung zu warten.
Welche Ausbildung kann ich mit geringerer Schulbildung machen?
In Deutschland gibt es Ausbildungen, die sich speziell an Personen mit niedrigem Schulabschluss richten: die 2-jährigen Ausbildungen. Von diesen gibt es aktuell 25, darunter unter anderem die Ausbildungen zum Fachlageristen/ Fachlageristin, Fachkraft Metall oder zum Industrieelektriker/ Industrieelektrikerin, die auch im überbetrieblichen Ausbildungszentrum der ZAW Leipzig ausgebildet werden.
Eine vollständige Liste der 2-jährigen Ausbildungen gibt es auf der Seite des BIBB.
Zweijährige Qualifikationen bieten Schülerinnen und Schülern beste Berufsaussichten, mit denen sie in kurzer Zeit gute Gehaltsaussichten erarbeiten, die deutlich über denen von ungelernten Hilfskräften liegt.
Nach Abschluss einer zweijährigen Ausbildung gibt es in der Regel immer noch die Möglichkeit, die Ausbildung, um ein Jahr zu verlängern und einen höheren Abschluss zu erreichen.
Kann ich mit einem Hauptschulabschluss auch eine dreijährige Ausbildung beginnen?
Ja, das ist möglich. Ein Beispiel hier ist die Fachkraft für Lagerlogistik, bei der viele Firmen auch Bewerber und Bewerberinnen mit niedrigen Schulischen Abschlüssen einstellen. Wichtig sind dabei immer die Motivation, persönliche Einstellung und Engagement für die Ausbildung, beispielsweise durch ein Praktikum.
Jetzt in die Zukunft starten
Nutze jetzt unseren Leitfaden und starte in deine berufliche Zukunft. Die ZAW Leipzig unterstützt dich auf deinem Weg. Beispielsweise bei der Erstellung deiner Bewerbungsunterlagen oder wenn du mit nur einer Bewerbung unsere 120 Partnerfirmen erreichen nutzen möchtest.
Lust auf Neuigkeiten?

zurück
