19.12.2025

Wie wird man Ausbilder? Alle Infos zum Ausbilderschein

Ausbilder oder Ausbilderin werden, klingt einfach, oder? Man vermittelt Wissen an andere. Doch die Realität ist nicht so trivial, wie es auf den ersten Blick scheint. Mit dem Ausbilderschein können Sie nämlich weitaus mehr machen als nur „Ausbilden“. Denn es geht auch um das davor, das danach und das dazwischen. Vorbereitung und Planung gehören genauso zu den Aufgabengebieten des Ausbilders, wie die Vermittlung von Fachwissen an die nächste Generation. Wie die Weiterbildung zur Vorbereitung auf die Ausbildereignungsprüfung abläuft und welche beruflichen Potentiale in ihr liegen, erfahren Sie im folgenden Magazin.

Was ist der Ausbilderschein?

Der Ausbilderschein nach Ausbilder-Eignungsverordnung, kurz AEVO berechtigt Sie dazu, die betriebliche Ausbildung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in in Ihrem Beruf zu übernehmen. Mit dem Ausbilderschein, auch AdA-Schein genannt, weisen Sie nach, dass Sie die persönlichen, methodischen und didaktischen Voraussetzungen für die Wissensvermittlung im Betrieb erfüllen.

Welche Aufgaben kann man mit dem Ausbilderschein übernehmen?

Wer glaubt, dass man mit dem AdA-Schein nur die fachliche Wissensvermittlung übernimmt, unterschätzt die Weiterbildung gewaltig. In einem großen Konzern sind für die Ausbildung meist mehrere Personen mit klaren Aufgabenbereichen verantwortlich. Beispielsweise: Ausbildungsplaner, Recruiter, Koordinatoren für Berufsschulen und Verbundpartner. Und jetzt stellen Sie sich einen kleinen Industriebetrieb vor: Wer übernimmt all das? Genau, der Ausbilder oder die Ausbilderin. Vom ersten Bewerbungsgespräch bis zur Organisation der Abschlussprüfung.

Was viele nicht wissen: Auch die Fachkräfte im Konzern, die sich um Planung oder Recruiting kümmern, benötigen in der Regel den Ausbilderschein. Es gibt also nicht das eine Aufgabenfeld, das man mit Ausbilderschein übernehmen kann. Vielmehr eröffnen Sie sich Möglichkeiten vom strategischen Planer über den Vollzeitausbilder bis hin zum Allrounder.

Welche Voraussetzungen braucht man, um Ausbilder zu werden?

Ausbildungsplanung, Personalentscheidungen und dann noch eine Vorbereitung auf die Abschlussprüfung abliefern. Klingt nach hohen Voraussetzungen, oder? Wir können Sie beruhigen, als Ausbilder oder Ausbilderin benötigen Sie keine speziellen pädagogischen Vorkenntnisse, kein Studium und keine langjährige Berufserfahrung. Alles, was Sie brauchen, ist eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten Beruf.

Alles weitere erwerben Sie in den Vorbereitungskursen für den AdA-Schein. Generell sind sie als Ausbilder kein Lehrer oder Lehrerin. Sie sind eher ein Lernprozessbegleiter, der die Auszubildenden zum selbstgesteuerten Lernen anleitet.

Die Voraussetzungen zusammengefasst:

Was Sie brauchen:Was Sie nicht brauchen:
Motivation und Begeisterung für die berufliche AusbildungLangjährige Berufserfahrung
Erfolgreich abgeschlossene BerufsausbildungPädagogischen Abschluss
Vorbereitenden AdA-Kurs zur Erlangung von berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und FähigkeitenMeister-Titel oder ähnliche Qualifikationen

Wenn Sie wollen, ist eine Weiterbildung zum Ausbilder, bzw. zur Ausbilderin, bereits kurz nach Abschluss Ihrer eigenen Ausbildung möglich. Denn es geht weniger um formale Voraussetzungen, sondern um Ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Ihr Vorteil

Karriere-Booster – Der Ausbilderschein öffnet Ihnen Türen in der Ausbildung, ebnet erste Schritte in Richtung einer Führungsposition und erhöht die Chancen für mehr Gehalt

Lebenslang gültig – Einmal gemacht, für immer gültig. Exklusiv für Absolventen der ZAW Leipzig: Auffrischungen über Ausbilder-Netzwerk

Vorbereitung auf Meister – Der AdA-Schein sichert Ihnen die Grundlage für die Zulassung zur Meisterprüfung.

Führungskompetenzen – Sie erwerben gefragte Kenntnisse zur Gesprächsführung, Mitarbeitermotivation, Strukturierung von Tätigkeitsfeldern und Delegation von Aufgaben, die Sie auch außerhalb der Ausbildung weiterbringen.

Der Vorbereitungskurs auf den Ausbilderschein vermittelt Ihnen vor allem die Do‘s und Don’ts für einen pädagogisch sinnvollen und rechtssicheren Umgang mit Auszubildenden. Darauf aufbauend können Sie Ihren ganz eigenen Lehrstil entwickeln.

Karrierechancen erhöhen und Zukunft Aus Wissen ermöglichen

Finden Sie Ihren Vorbereitungskurs auf die AEVO-Prüfung an der ZAW Leipzig. Wählen Sie aus Online-, berufsbegleitenden und Vollzeit-Varianten und gestalten Sie die berufliche Entwicklung Ihrer Auszubildenden aktiv mit.

Wie lange dauert die Ausbildung für den Ausbilderschein?

Die Weiterbildung für den Ausbilderschein dauert je nach Durchführungsart zwei Wochen in Vollzeit oder drei Monate mit jeweils zwei berufsbegleitenden Terminen pro Woche.

Damit Sie sich auf verschiedene Lerntypen bei Auszubildenden, das Planen und Durchführen von Unterrichtseinheiten besser einstellen können, setzt die Weiterbildung bei der ZAW Leipzig auf eine intensive Praxisphase. Im Bildungszentrum der IHK zu Leipzig ist man überzeugt, dass eine längere Vorbereitung mit variierenden praktischen Übungen dazu führt, dass Sie als Ausbilder, oder Ausbilderin, in unterschiedlichen Situationen sicherer reagieren und sich auf verschiedene Lernweisen vorbereiten können.

Wie läuft die Weiterbildung zum Ausbilder ab?

Die Ausbildung der Ausbilder besteht aus zwei Teilen: einem Theorie- und einem Praxisteil. Der Theorieteil dient der Vermittlung pädagogischer Konzepte, Handlungsfelder und rechtlicher Rahmenbedingungen. Im Praxisteil werden Verhaltensweisen in verschiedenen Situationen und Phasen der Ausbildung trainiert.

Der Theorie-Teil

Was darf ein Lernprozessbegleiter? Welche Rechte und Pflichten haben Azubis? Wie erstelle ich einen Ausbildungsplan? Der Theorieteil der AdA-Schein-Ausbildung liefert die passenden Antworten. Neben rechtlichen und pädagogischen Inhalten erhalten Sie zudem anwendungsbezogenes Fachwissen aus den Handlungsfeldern der Ausbildung:

  • Handlungsfeld 1: Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen
  • Handlungsfeld 2: Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung von Auszubildenden mitwirken
  • Handlungsfeld 3: Ausbildung durchführen
  • Handlungsfeld 4: Ausbildung abschließen

Der Praxis-Teil

Der Praxisteil bildet das Herzstück Ihrer Vorbereitung: Hier üben Sie, wie Sie die theoretischen und pädagogischen Konzepte der vier Handlungsfelder sicher in echten Ausbildungssituationen anwenden. Dabei gilt die Regel: Je mehr Sie trainieren, desto souveräner werden Sie. Denn in der Prüfung und im Alltag gibt es keine zweite Chance für Rückfragen bei Ihrer Trainerin bzw. Ihrem Trainer.

Deshalb dauert die Vorbereitung auf die Ausbildereignungsprüfung bei der ZAW Leipzig bewusst länger als vergleichbare Vorbereitungskurse. Das Zentrum für Aus- und Weiterbildung setzt auf intensives Training statt reiner Theorie. Mit dem Ergebnis: Mehr Routine und mehr Selbstvertrauen für Ihre Prüfung und den Ausbildungsalltag.

Wie läuft die Prüfung beim Ausbilderschein ab?

Die Ausbildereignungsprüfung besteht aus zwei Teilen: einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung. Der schriftliche Teil ist ein Multiple-Choice-Test mit etwa 70 bis 80 Fragen.

Beim mündlichen Teil haben Sie die Wahl zwischen einer Präsentation oder einer praktischen Prüfung, mit anschließendem Fachgespräch.

Welche Themenschwerpunkte hat die AEVO Prüfung?

In der Prüfung geht es darum, zu zeigen, dass Sie die vier Handlungsfelder der Ausbildung verinnerlicht haben. Im schriftlichen Teil erwarten Sie deshalb vor allem praxisnahe Fragen aus dem echten Leben.

Im mündlichen Teil der Prüfung will die Prüfungskommission dann sehen, wie Sie die Inhalte in Ihrem Tätigkeitsbereich umsetzen. Auftreten, Sicherheit und Engagement gehen dabei genauso in die Bewertung mit ein, wie die Anfertigung und Umsetzung des Ausbildungskonzeptes. Wer sich gut vorbereitet, überzeugt hier mit Fachwissen und Selbstvertrauen.

Schriftlicher Test

  • 70 bis 80 Fragen
  • Multiple Choice

Präsentation

  • Schriftliches Konzept
  • Präsentation der berufstypischen Ausbildungssituation

oder

Praktisch

  • Schriftliches Konzept
  • Häufig Unterweisung am Arbeitsplatz

Fachgespräch

  • Besprechen der praktischen Unterweisung, bzw. der Präsentation

Veranstaltungsempfehlung

Sie wollen auch nach dem Ausbilderschein immer up-to-date bleiben? Das Ausbilder-Netzwerk bietet Ihnen dreimal im Jahr eine geeignete Plattform, um sich über aktuelle Themen der Ausbildung zu informieren und sich mit anderen Lernbegleitenden auszutauschen.

Präsenz oder Online? Warum Präsenz in Leipzig klare Vorteile hat

Online-Kurse sind praktisch und flexibel, keine Frage. Doch Präsenzkurse in Leipzig liefern entscheidende Mehrwerte, die digitale Formate nicht ersetzen können. Hier erproben Sie Ausbildung hautnah: Gruppenarbeiten lassen sich dynamischer gestalten, und Sie profitieren von innovativen Methoden wie Virtual-Reality-Brillen für empathische Gesprächsführung oder dem Einsatz von LEGO® Serious Play zur Optimierung von Lern- und Ausbildungsprozessen. Diese praxisnahen Erlebnisse geben Ihnen nicht nur Wissen, sondern helfen Ihnen, Ihren individuellen Ausbildungsstil zu entwickeln, mit dem Sie zukünftige Fachkräfte begeistern und nachhaltig motivieren.

Fazit: Zeigen Sie, was in Ihnen steckt!

Wie sinnvoll ist der Ausbilderschein? In Zeiten des Fachkräftemangels bietet er große Potenziale, sich als qualifizierte Fachkraft besser zu positionieren. Besonders junge Fachkräfte profitieren von der Weiterbildung, da sie nicht nur die Grundlage für den Meister schaffen, sondern auch Arbeitgebern Leistungs- und Verantwortungsbereitschaft zeigen, ein echter Karrieremotor für die Zukunft.

Wenn Sie bereit sind, den nächsten Schritt zu gehen, starten Sie Ihre Weiterbildung bei der ZAW Leipzig. Profitieren Sie von praxisnahen Präsenzkursen, modernen Methoden und einer optimalen Vorbereitung auf die Ausbildereignungsprüfung.

Jetzt informieren und durchstarten!

FAQ Die wichtigsten Fragen zum Ausbilderschein

Wie meldet man sich zur AEVO-Prüfung an?

Die Prüfungsanmeldung sowie die Überprüfung der Zulassungsvoraussetzungen erfolgen durch die für Sie zuständige IHK. Dabei ist zu beachten, dass die Verfahren von Kammer zu Kammer variieren können.

Für Teilnehmende aus dem Kammerbezirk Leipzig

Mit dem Fortbildungs-Infocenter haben Sie als Teilnehmer einer Fortbildungsprüfung alle wichtigen Daten rund um ihre Prüfung, wie z.B. Informationen zur Anmeldung, zu Prüfungsterminen und -ergebnissen jederzeit bequem per Smartphone, Tablet oder PC mit dabei.

Anmeldungen zur AEVO-Prüfung sind ausschließlich über das Fortbildungs-Infocenter möglich. Es werden keine Anmeldeformulare mehr akzeptiert.

Weitere Informationen zur Prüfung und zur Anmeldung im Fortbildungs-Infocenter entnehmen Sie der Webseite der IHK zu Leipzig.

Was kostet der Ausbilderschein?

Die Kosten variieren je nach Kursformat und Länge der Weiterbildung. Präsenzkurse sind oft etwas teurer, bieten aber mehr Praxis.

Aktuelle Preise zu den jeweiligen Angeboten finden Sie auf den Seiten der Kurse:

Praxisnähe ist ein zentraler Bestandteil aller Bildungsangebote an der ZAW Leipzig. Unsere Überzeugung: Je intensiver und abwechslungsreicher die praktische Vorbereitung, desto sicherer und flexibler reagieren Sie später als Ausbilder in unterschiedlichen Situationen. Durch vielfältige Übungen lernen Sie, sich auf verschiedene Lernstile einzustellen und individuelle Lösungen zu finden.

Zusätzlich fallen Prüfungskosten an, die je nach zuständigem Kammerbezirk variieren können.

Wie lange dauert die Vorbereitung?

Bei der ZAW Leipzig umfassen die Kurse je nach Durchführungsart 88 oder 92 Unterrichtsstunden (Online oder Präsenz). Das sind bei einem berufsbegleitenden Kurs etwa 13 bis 15 Wochen, bei der Vollzeitvariante zwei Wochen.

Kann der AdA-Schein mit anderen Weiterbildungen kombiniert werden?

Ja, wenn Sie beispielsweise eine Weiterbildung zum Meister planen, können Sie beide Weiterbildungen an der ZAW Leipzig als Paket buchen. Ihr Vorteil: beide Weiterbildungen können Sie so über das Aufstiegs-BAföG mit bis zu 75 % gefördert werden.

Wenn Sie Interesse an einer kombinierten Lösung für Ihre berufliche Zukunft haben, dann melden Sie sich gerne bei der verantwortlichen Weiterbildungsmanagerin für Meisterkurse, Nadine Ahlendorf.

Wie bestehe ich die Ausbildereignungsprüfung?

Die Ausbildereignungsprüfung besteht aus einem schriftlichen und mündlichen Test, die unabhängig voneinander mit jeweils 50 % bestanden werden müssen. Der schriftliche Teil dauert 180 Minuten und enthält etwa 80 bis 90 Multiple-Choice Fragen. Die Bearbeitungszeit des mündlichen Teils beträgt 30 Minuten. Die Bewertung hängt zu jeweils 25 % vom Konzept und vom Fachgespräch ab. Weitere 50 % entfallen auf die Realisierung.

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